Solingen: Angeklagter (63) bestreitet vor Gericht sexuellen Missbrauch

Solingen/Wuppertal : Angeklagter (63) bestreitet sexuellen Missbrauch

Der 63-jährige Angeklagte bestreitet sexuellen Missbrauch eines zehnjährigen Kindes.

(mag) Er hat mit ihr gebastelt und gespielt. Sie haben einen Schneemann gebaut und waren im Schwimmbad. Und irgendwann hat er zum ersten Mal in ihrem Kinderzimmer auf dem Bett gesessen. Was dann geschah, hatte das damals zehn Jahre alte Mädchen kurz nach der letzten Tat einer Polizeibeamtin erzählt. Demnach soll sie der Lebensgefährte ihrer Tante des Öfteren besucht haben. Zur Türe hereingelassen habe sie ihn selbst, weil der 63-Jährige sie ständig mit WhatsApp-Nachrichten bedrängt habe.

Die Wohnsituation sei so gewesen, dass den Eltern das nicht sofort aufgefallen sei. Erst nach zwei Monaten habe plötzlich die Mutter vor dem Bett gestanden und den „Onkel“ auf frischer Tat ertappt. Der mittlerweile in Solingen lebende Mann hatte bis dahin im selben Haus in Haan, in der Etage darunter, gewohnt. Sie habe ihn gut gekannt – und glaubt man dem Angeklagten, so soll sich das Kind gefreut haben über dessen Zuwendung. Dass er mit Geschenken zu ihr gekommen sei und irgendwann ein Stofftier auf ihrem Bett gestanden habe: Das alles sei aus seiner Sicht völlig unverfänglich gewesen. „Es war eine Symbiose“, soll er bei seiner polizeilichen Vernehmung unter Tränen gesagt haben. Er habe das Mädchen nicht sexuell missbraucht, die Berührungen seien einvernehmlich gewesen.

Dass sie es wohl doch nicht waren und was sich im Kinderzimmer des Opfers wirklich angespielt hat, dürfte wohl auch seine Langzeitverlobte zum ersten Mal gehört haben. Die jedenfalls saß im Gerichtssaal, als die Polizeibeamtin im Zeugenstand erzählte, was ihr das Kind damals gesagt habe. Den Angeklagten nackt gesehen habe sie nie, aber der habe sie entkleidet und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Dabei soll der Mann dem Mädchen seine Liebe gestanden haben.

Der Prozess am Landgericht wird fortgesetzt, in den nächsten Verhandlungstagen kommen noch die psychiatrischen Gutachter zu Wort.

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