Solingen: An diesem Weihnachtshaus leuchten 71.000 Lichter

An der Stadtgrenze von Solingen und Langenfeld : Weihnachtshaus überstrahlt die Umgebung

Noch bis zum 6. Januar bewirtet Daniel Peters mit Familie die Gäste auf dem Privatgrundstück in Aufderhöhe.

Wer in den Abendstunden als heimkommender Berufspendler die Landwehrstraße hinauf fährt, dürfte sich derzeit fühlen wie ein Wanderer in der Wüste: Wie eine Oase taucht ein unwirklich erscheinendes Lichtermeer aus der dunklen Umgebung auf.

Das Aufderhöher Weihnachtshaus ist nicht nur ein Blickfang für Passanten, die rasch ihre Smartphones zücken, um das Funkeln und Glitzern auf dem ganzen Grundstück fotografisch einzufangen – sondern auch ein Besuchermagnet. Glühwein und Kinderpunsch gehen hier ab dem späten Nachmittag ebenso reichlich über die Theke wie Grillwurst und Waffeln. Hausbewohner Daniel Peters, seine Freundin und Familie haben dabei alle Hände voll zu tun. „Aber es macht super viel Spaß“, sagt der 23-jährige gelernte Veranstaltungstechniker, während die hungrigen Gäste Schlange stehen.

Inspiriert hatte ihn ein Erlebnis aus seiner Kindheit. „Ich war damals im Hildener Weihnachtshaus“, erzählt er. Und so begann er mit seinem Bruder, nach und nach Dekorationsstücke zu sammeln. Seit drei Jahren erstrahlt das Haus nun in den hellsten Lichtern. Über 71.000 Lampen sind es in diesem Jahr – mit einer Leistung von 25.000 Watt. Und sie sind überall – in den Bäumen, am Zaun und auf dem Dach, auf dessen First sich der Weihnachtsmann von seinen Rentieren im Schlitten ziehen lässt. Aber auch Sternschnuppen, Schneemänner und Engelsfiguren fallen dem Besucher ins Auge. Nussknacker bewachen die Eingangstür zum Haus. Und durch den Garten fährt eine kleine Modelleisenbahn.

Das alles mag man zweifellos kitschig finden. Aber unter den Gästen sorgt es für staunende Blicke: „Meine Güte, was für eine Arbeit dahinter steckt“, sagt Ute Lobstein. Sie stattet dem Grundstück am frühen Abend mit ihrer Mutter und ihrem Sohn einen Besuch ab. Letzterer war auf die auffällige Beleuchtung aufmerksam geworden. „Das sieht fantastisch aus, ein echter Hingucker“, befindet Lobstein, während sie um sich blickt, und schiebt hinterher: „Aber eine solche Stromrechnung zahlen wir wahrscheinlich das ganze Jahr nicht.“

An dem Punkt kommt die – in diesem Jahr erstmalige – Bewirtung der Gäste ins Spiel. „Der Erlös wird komplett in neue Beleuchtung reinvestiert“, sagt Daniel Peters. Einen Gewinn wolle man nicht machen. Im Vorfeld holte er sich eine Ausschankgenehmigung und passendes Material wie Trinkwasserschläuche. Auch eine Infektionsschutzbelehrung stand auf dem Programm. Den Glühwein holt Peters selbst aus Bayern.

Die zahlreichen Gäste auf dem Grundstück danken ihm das Engagement offensichtlich: „Endlich macht mal jemand was Schönes in der Weihnachtszeit“, hätten Besucher die ehrenamtliche Arbeit gelobt, sagt Peters. So sehen es auch Ute Lobstein und ihre Familie: „Das ist eine tolle Sache“, sagt die Solingerin, und verrät: „Jetzt holen wir uns erst einmal eine Wurst und einen Glühwein.“

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