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Solingen: Alt-OB Ulrich Uibel im Alter von 66 Jahren gestorben

Trauer um Solinger Oberbürgermeister a.D. : Ulrich Uibel – „ein politsches Talent ersten Grades“

Der frühere Oberbürgermeister von Solingen, Ulrich Uibel, ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Der SPD-Politiker galt als aussichtsreicher Kandidat für den klingenstädtischen Stadtrat bei der Kommunalwahl am 13. September.

Die Solinger SPD trauert um Ulrich Uibel. Völlig unerwartet ist der frühere Oberbürgermeister in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 66 Jahren zu Hause gestorben. „Wir alle sind fassungslos und beginnen erst allmählich zu begreifen, was diese schockierende Nachricht für uns alle bedeutet“, sagt Josef Neumann, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Solingen.

Uibel war von 1997 bis 1999 der erste hauptamtliche Oberbürgermeister und lange Jahre auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat. Er konnte dabei auf seine lange und erfolgreiche Erfahrung als Vorsitzender der Ratsfraktion bauen. Dass er ein ausgesprochener homo politicus war, ein durch und durch politisch denkender und vernunftorientiert handelnder Mensch, hatte sich schon früh gezeigt: In den Bonner Republik hatte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Solinger Bundestagsabgeordneten Heinz Schreiber begonnen, bevor er als Ratsmitglied in seiner Heimatstadt in die Kommunalpolitik einstieg.

Langjähriger politischer Wegbegleiter von Ulrich Uibel ist der frühere Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Bertl. „Uns verband seit Jahren auch eine Freundschaft, die uns befähigte, politische Entscheidungen hinzubekommen. Uli war ein politisches Talent ersten Grades, ein Mensch, der Instinkt für die Politik hatte“, so Bertl im Gespräch mit unserer Redaktion. Das befähigte Uibel auch, „sehr komplexe gesellschaftliche Themen in vernünftige Projekte umzusetzen“, so Bertl. Für den Ex-Bundestagsabgeordneten ist klar: „Die SPD und Solingen hat ein politisches Talent verloren“.

Ulrich Uibel unterlag 1999 bei der ersten Direktwahl um den Chefposten in der Solinger Stadtverwaltung Franz Haug (CDU). Gleichwohl engagierte er sich weiter in unzähligen Vereinen und Einrichtungen – unter anderem im Schlossbauverein oder im Verwaltungsrat der Stadt-Sparkasse Solingen. Als der heutige SPD-Unterbezirksvorsitzende Josef Neumann 2001 die Geschäftsführung der Lebenshilfe-Werkstatt für Behindere an der Freiheitstaße in Wald übernahm, war Ulrich Uibel Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe, Träger der Werkstatt.

Mit seiner hohen fachlichen Kompetenz und vor allem seinem besonnenen Vermittlungsgeschick war Ulrich Uibel immer dann zur Stelle, wenn schwierige Verhandlungen hinter den Kulissen zum Erfolg gebracht werden mussten, betont auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz und ergänzt: „Er konnte unterschiedliche Mentalitäten, Interessen und komplizierte Umstände hervorragend zusammenbringen. Das galt auch für seine Arbeit in der Fraktion.“

Uibel genoss auch in den vergangenen Jahren weiter hohes Ansehen. Nicht nur in der SPD, sondern auch in den anderen demokratischen Parteien. „Hinter den Kulissen blieb er einer der wichtigsten Berater und Gestalter für Solingen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz. „Er brauchte dafür kein Scheinwerferlicht. Seine Freude war es, am Ende den Erfolg einer guten Entscheidung oder eines Projekts für Solingen zu sehen.“

So wie beim Kulturzentrum Cobra oder dem Zentrum für verfolgte Künste – „Dinge, die Ulrich Uibel im Hintergrund entscheidend mit gestaltet hat“, so Hans-Werner Bertl. Und auch beim Zustandekommen der erfolgreichen Entwicklung rund um das Omega-Gelände hatte er ebenso großen Anteil wie am künftigen Hotel hinter dem Hauptbahnhof in Ohligs, sagt Iris Preuß-Buchholz und ergänzt: „Sein Tod kam mit nur 66 Jahren viel zu früh“.

Tief bestürzt vom Tod Ulrich Uibels war am Donnerstag auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Mit Ulrich Uibel verliert Solingen einen allseits geschätzten, besonnenen Politiker, der für Solingen viel erreicht hat und der für seine Heimatstadt alles gegeben hat. Er war ein Meister der freien Rede. Er war kein Mann der lauten Töne, er setzte auf die Überzeugungskraft vernünftiger Argumente. Ich persönlich habe einen Freund verloren, dessen Rat und Unterstützung mich mein ganzes politisches Leben begleitet hat. Ich bin sehr traurig.“