Solingen: Abriss der maroden Wupperbrücke wird konkret

Strohner Brücke : Strohner Brücke wird im Juli abgerissen

Spätestens im Sommer soll die marode Brücke in Glüder Geschichte sein. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beginnt der Neubau der Wupperbrücke, im Sommer/Herbst 2020 könnte das neue Bauwerk stehen.

Seit Anfang Juli 2016 ist die baufällige Brücke Strohn unweit des Tierheims Glüder gesperrt. Wanderer, Radfahrer und auch Reiter müssen von daher seit fast drei Jahren Umwege in Kauf nehmen. Erklärter Wille ist aber, die Querung der Wupper an dieser Stelle wieder zu ermöglichen, zumal über die Strohner Brücke auch zahlreiche überregionale Wander- und Radwege verlaufen. Unter anderem der Bergische Weg.

Nach erheblichen zeitlichen Verzögerungen kommt nun aber Bewegung in Sachen Abriss und Neubau der Strohner Brücke. „Der Auftrag für den Abriss der Brücke ist vergeben“, sagt Sabine Rische. Die Ablaufplanung für den Abriss wird jetzt binnen vier bis sechs Wochen erfolgen. „Ende Juli ist der Abriss durch“, ergänzt die städtische Pressesprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

Untersuchungen hatten ergeben, dass das marode und mehr als 100 Jahre alte Bauwerk nicht mehr zu sanieren ist. Es muss deshalb abgerissen und neu gebaut werden. Die Stahlbrücke mit ihren Holzbohlen weist Schäden am Tragwerk und an der Bauwerksausstattung auf, so dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Grund war scheinbar ein Pilzbefall, der für Fäulnisstellen im Bohlenbelag sorgt.

Eigentümer der Strohner Brücke waren zuletzt die Stadtwerke Solingen (SWS), da unterhalb des Bauwerks in der Vergangenheit eine Trinkwasserleitung verlief. Bis Anfang der 1970er Jahre war die Hauptwasserleitung von Glüder zur Krahenhöhe an der Brücke befestigt. Die Stadtwerke übernehmen als Eigentümer immerhin die Abbruchkosten in Höhe von rund 165.000 Euro. Der Neubau der Brücke (inklusive Abriss) kostet satte 870.000 Euro. Davon steuert das Land NRW 377.200 Euro bei, der städtische Eigenanteil beträgt rund 258.000 Euro. Hinzu kommen noch Spendengelder in Höhe von knapp 100.000 Euro, so dass unter dem Strich noch etwas Puffer für die Planungen besteht.

Untersuchungen an der maroden Wupperbrücke haben zwischenzeitlich ergeben, dass die alten Brückenpfeiler nicht in Gänze zurückgebaut werden müssen. Die Auflagen kommen jedoch weg, so dass die neue Brücke auf die alten Stützpfeiler gesetzt werden kann. Das spart Zeit und Geld.

Bei der Stadt Solingen geht man derzeit davon aus, „dass der Beginn des Neubaus der Wupperbrücke Strohn in jedem Fall im letzten Quartal dieses Jahres konkret wird“. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von acht bis neun Monaten, so dass die neue Brücke voraussichtlich im Sommer/Herbst 2020 nutzbar wäre. Die neue Brücke wird in Form eines eleganten Solinger Messers gebaut, heißt es.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter hatten sich vor Jahresfrist über die hohe Spendenbereitschaft für den Brückenneubau gefreut. „Das ist ein mustergültiges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement“, lobte Kurzbach. „Es zeigt, was sich gemeinsam bewegen lässt, wenn wir in der Stadtgesellschaft nicht darauf warten, dass irgend jemand anderer etwas unternimmt. Wir selbst müssen aktiv werden.“

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