Solingen: Ab 2021 wird die neue Sparkasse gebaut

Modell-Entwurf aus Architekten-Wettbewerb : Ab 2021 wird die neue Sparkasse gebaut

Beim Wettbewerb für den Sparkassen-Neubau in der Innenstadt hat sich eine Jury einstimmig auf den Entwurf des Architekturbüros Auer Weber aus Stuttgart geeinigt. Das Geldinstitut investiert zweistelligen Millionenbetrag.

Anfang des Jahres 2021 werden die Abrissbagger an der Straße Am Neumarkt in der Innenstadt anrollen und die Häuserzeile vom City-Imbiss über das Haus, in dem jetzt noch das Restaurant Fasil seinen Standort hat, bis hin zur Max-Leven-Gasse abreißen. Dort soll die neue Zentrale der Stadt-Sparkasse Solingen gebaut werden. Der Eingangsbereich für die Kunden wird genau in dem Bereich liegen, in dem heute noch der City-Imbiss und das Fasil liegen. „Der komplette Kundenbereich unserer Neubaus wird im Erdgeschoss liegen. Hier wird es auch einen Veranstaltungsraum geben“, sagt der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse, Stefan Grunwald.

Sechs Architekturbüros hatten sich seit Februar Gedanken darüber gemacht, wie der Neubau des Kreditinstituts aussehen könnte. Ein achtköpfiges Preisgericht hat jetzt den Entwurf des Architekturbüros Auer Weber aus Stuttgart einstimmig zum Sieger des Wettbewerbs erklärt. „Unser Neubau bindet sich ideal an die bisherige Bebauung an“, sagt Grunwald. Es werden auch 29 attraktive Innenstadtwohnungen entstehen, zudem gibt es Reserveflächen für Büros in einer Größenordnung von 800 Quadratmetern, die wir vermieten wollen“, sagt Grunwald.

Stefan Grunwald, Vorsitzender des Vorstandes der Stadt-Sparkasse, mit dem Modell für die neue Sparkassen-Zentrale des Wettbewerbssieger, das Architekturbüro Auer Weber. Foto: Uwe Vetter

Eine Tiefgarage unter dem Neubau wird 157 Fahrzeugen Platz bieten. „Wir werden jetzt zeitnah mit dem Wettbewerbssieger einen Vertrag schließen, dann kann es zu der Generalisierungsplanung kommen“, sagt der Sparkassen-Chef. Der neue Gebäudekomplex ist zum Teil fünfgeschossig und wird drei Innenhöfe haben. „Der Neubau ermöglicht es uns, moderne Arbeitsplatzkonzepte umzusetzen“, erklärt Grunwald.

Konkrete Angaben zur Höhe des Investitionsvolumens kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen. „Es wird in einer Phase gebaut, wo bauen nicht billig ist“, sagt Grunwald. „Auch die Fassadengestaltung steht unter anderem noch nicht fest“. Erst nach dem Genehmigungsverfahren voraussichtlich im Herbst könne das Kostenvolumen für den Neubau genannt werden. Auszugehen ist wohl von einem zweistelligen Millionenbetrag, den die Sparkasse hier investieren muss. Zum Vergleich: Der Neubau des Schulzentrums Vogelsang soll rund 100 Millionen Euro kosten.

Der Neubau sei alternativlos: Er verringert gegenüber dem jetzigen Gebäude an der Kölner Straße die Betriebskosten um rund die Hälfte. Auf dem bisherigen Gelände der Sparkassen-Hauptstelle sollen Wohnungen gebaut werden. Hinzu kommen städtebauliche Aspekte. „Die neue Filiale direkt am Neumarkt wird das Quartier deutlich aufwerten und sehr viel zusätzliche Frequenz an diesen zentralen Platz in der City bringen“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach, gleichzeitig Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrates.

Im Bereich des Imbisses und des Restaurants Fasil wird der künftige Eingangsbereich der neuen Sparkasse liegen. Gebaut wird ab 2021, die Fertigstellung des Gebäudeskomplexes, der bis zur Max-Leven-Gasse reicht, ist 2023. Foto: Martin Oberpriller

Grundsätzlich ist die neue Sparkasse-Zentrale, die voraussichtlich Anfang 2023 bezogen werden soll, für rund 350 Mitarbeiter ausgelegt. Hinzu kommt an der Max-Leven-Gasse auch ein 150 Quadratmeter großer Raum mit einem eigenen Eingangsbereich, in dem ein Ausstellungs- beziehungsweise Museumskonzept von Seiten der Stadt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Verfolgung und Widerstand in Solingen 1933-1945 umgesetzt wird. Hintergrund: In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war der Journalist Max Leven in seiner Wohnung in der ersten Etage der Hohe Gasse 6 (seit 1979 Max-Leven-Gasse) von fanatischen Nazionalsozialisten ermordet worden.

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