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Solingen: 50. Autoschau im Theater und Konzerthaus

Jubiläumsveranstaltung am 7./8. März : Die PS-Branche feiert die 50. Solinger Autoschau

Fakten + Hintergrund Am 7./8. März gibt es im Theater wieder automobile Vielfalt. Erste Messe fand 1969 in Sparkassen-Hauptstelle statt.

Viel Platz war anfangs nicht. Gerade einmal 18 Vertragshändler stellten ihre 25 Autos in der Kassenhalle der Stadt-Sparkasse an der Kölner Straße aus. Die Faszination Auto lockte indes schon damals die Massen in die Hauptstelle des Finanzinstituts, um sich Chrom blinkende Karossen verschiedener Marken unter einem Dach anzuschauen: Rund 10.000 Besucher kamen am 15./16. März 1969 zur Premieren-Veranstaltung der klingenstädtischen Kfz-Innung und der Sparkasse. „Beide Seiten haben davon profitiert. Zumal sich die Sparkasse überwiegend um die Finanzierung der Autos kümmern konnte“, sagt Ernst-Robert Nouvertné.

Der war damals 23 Jahre alt und verkaufte im elterlichen Autohaus an der Cronenberger Straße überwiegend Motorräder, aber auch Fahrzeuge der Marke NSU. Nouvertné drängte es in den Vorstand der Kfz-Innung, der damalige Obermeister Herbert Flocke bat deshalb den jungen Mann, die erste Solinger Autoschau zu organisieren. Das tat er mit Erfolg. „Die Händler hatten damals noch nicht alle eine Ausstellungshalle“, meint der heute 74-Jährige. Und die Modellpalette sei damals noch sehr übersichtlich gewesen: Audi und VW hätten lediglich zwei Modelle gehabt, Opel drei.

Die meisten Autos wurden damals im Februar, März und April verkauft. Zumal neue Fahrzeugmodelle in diesem Zeitraum auf den Markt kamen. Nicht von ungefähr findet die Solinger Autoschau jeweils am zweiten März-Wochenende statt – bei der Auftaktveranstaltung im Übrigen zeitgleich auch mit dem Genfer Automobilsalon. Da im Laufe der Jahre die klingenstädtische Autoschau stets zeitnah mit der schweizer Großveranstaltung stattfand, wurde die Solinger Schau bald auch „kleiner Genfer Autosalon“ betitelt.

In der Automobilbranche hat sich in den vergangenen 50 Jahren ein steter technischer Wandel vollzogen: „Ende der 1960er Jahre hatten viele Fahrzeuge weder Kopfstützen, noch Sicherheitsgurte, es gab keine Airbags, kein ABS, keine Servolenkung und auch keine Klimaanlage“, zählt Ernst-Robert Nouvertné auf. Bei der Premiere standen Komfort und größere Sicherheit der Fahrzeuge im Vordergrund. „Heute liegt das Interesse insbesondere bei Elektro- und Hybrid-Autos sowie auch bei Sportmodellen mit 400 PS“, sagt Nouvertné.

Bei der Solinger Autoschau im vorigen Jahr konnten die vielen Besucher wieder ausgiebig testen und vergleichen. Foto: Meuter, Peter (pm)

Er wurde 1970 in den Innungsvorstand aufgenommen, von 1990 bis 2015 war er Obermeister der Solinger Kfz-Innung. Überdies bekleidete er auch das Amt des Präsidenten des Kfz-Landesverbandes. In beiden Gremien ist er zum Ehren-Obermeister beziehungsweise Ehrenpräsidenten ernannt worden. „Das Interesse der Solinger und auch von Besuchern aus der Umgebung war immer da. Wir verzeichneten stets zwischen 10.000 bis 15.000 Besucher – die Autoschau hat nichts an Zugkraft verloren“, sagt Nouvertné.

Längst hat sich die Solinger Autoschau ein Alleinstellungsmerkmal erworben. Für den Seniorchef zweier Autohäuser an der Kuller Straße und am Wasserturm liegt der Grund dafür auf der Hand: „Der große Vorteil ist, dass man sich binnen weniger Minuten in die verschiedensten Automodelle setzen und somit das gesamte Spektrum inspizieren kann“, sagt Nouvertné. Andere Städte, beispielsweise Hilden oder Wuppertal, hätten versucht, das Solinger Erfolgskonzept zu kopieren – was aber nicht gelang.

Die Kassenhalle der Stadt-Sparkasse nebst Brunnenhof mit Zeltdach blieb bis 1975 Schauplatz der Autoschau. Wegen Umbauarbeiten in der Hauptstelle des Kreditinstitutes musste die Messe 1976 und 1977 ausfallen, heißt es in der Jubiläumschronik. Seit 1979 ist das Theater und Konzerthaus Veranstaltungsort der Autoschau – für den langjährigen Organisator der Autoschau ein Glücksfall: „Hier haben wir innen und außen eine super Ausstellungsfläche sowie sehr kompetente und kooperative Mitarbeiter gefunden“, lobt Nouvertné die Beschäftigten des Theater und Konzerthauses. Für ihn ist kurz vor der 50. Auflage klar: „Würde es die Autoschau noch nicht geben, man müsste sie erfinden.“