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Solingen: 160 Kräfte helfen in anderen Dienststellen

Solinger Stadtverwaltung : 160 Kräfte helfen in anderen Dienststellen

Die Stadt Solingen versetzt wegen der Corona-Krise Mitarbeiter vorübergehend in Gesundheits- oder Ordnungsamt.

Zur Bewältigung der Arbeit, die derzeit in einigen Stadtdiensten wegen der Corona-Krise anfällt, hat die Stadtverwaltung rund 160 Mitarbeiter vorübergehend intern an andere Dienststellen versetzt. Diese werden nach Angaben von Rathaussprecherin Sabine Rische vor allem im Stadtdienst Gesundheit, im Ordnungsamt sowie im Bergischen Servicecenter eingesetzt. Für Telefondienste sind einige auch in die Lungenfachklinik Bethanien und in Altenheime abgestellt worden.

Um die Aufgaben, die mit der Corona-Pandemie verbunden sind, zu bewältigen, hat die Stadtverwaltung einen Krisenstab unter der Leitung des Ordnungsdezernenten Jan Welzel (CDU) eingesetzt. Dem Stab gehören neben Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und den anderen Beigeordneten Hartmut Hoferichter (parteilos), Ralf Weeke (SPD) und Dagmar Becker (Grüne) auch etliche weitere Fachleute der Verwaltung an. Aber nicht nur dort, auch in vielen anderen Bereichen leisten etliche städtische Mitarbeiter seit Wochen zahlreiche Überstunden.

Um die Mitarbeiter dort zu entlasten, wurden ihnen Kollegen zur Seite gestellt, in deren eigentlichem Arbeitsgebiet derzeit wenig zu tun ist. Im Stadtdienst Gesundheit werden sie nach Risches Angaben beispielsweise eingesetzt, um telefonisch Kontakt zu Bürgern zu halten, die sich in Quarantäne befinden. Aber auch in der Verwaltung werde zusätzliches Personal gebraucht. Dort sind sie zum Beispiel damit befasst, ordnungsbehördliche Verfügungen übergeordneter Stellen zu verarbeiten und in kommunale Entscheidungen umzusetzen.

Mehrarbeit fällt auch im kommunalen Ordnungsdienst an. Darum wurde dort nach Risches Angaben das Personal aufgestockt. Stadtweit seien dessen Mitarbeiter damit beschäftigt zu kontrollieren, ob das Kontaktverbot von den Bürgern eingehalten werde. Dieses Verbot besagt, dass sich im öffentlichen Raum immer höchstens zwei Personen nebeneinander aufhalten dürfen. Alle übrigen Personen sollen einen Mindestabstand von 1,50 Meter halten. Ausgenommen hiervon sind Personen, die in einem Haushalt leben – zum Beispiel Familien mit Kindern.

Mitarbeiter anderer Stadtdienste werden derzeit auch im Bergischen Servicecenter, der gemeinsamen Telefonzentrale der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, eingesetzt. Dort gilt es, das erhöhte Anrufaufkommen zu bewältigen. Das Servicecenter ist telefonisch unter der Nummer 02 12 / 290-0 zu erreichen.

Die vorübergehend versetzten Mitarbeiter stammen vor allem aus solchen Bereichen, die zurzeit wegen der Corona-Krise vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können. Rische nennt dafür einige Beispiele: die Bädergesellschaft, das Theater und Konzerthaus und auch die Bürgerbüros. Diese Einrichtungen sind derzeit geschlossen.

Wie lange diese Regelungen gelten werden, ist nach Einschätzung des Rathauses momentan nicht abzusehen. „Wir kennen die weitere Entwicklung nicht“, sagt Sabine Rische. Sie betont: „Zurzeit geht es vor allem darum, die Krise zu bewältigen.“

Bei der Stadtverwaltung sind wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen das Rathaus und andere Anlaufstellen für Bürger geschlossen worden. Dies gilt nicht nur für Schwimmbäder, Theater und Bürgerbüros, sondern unter anderem auch für Museen, die Stadtbibliothek, die Musikschule, die Wertstoffhöfe der Technischen Betriebe (TBS) oder auch das Jobcenter. In wichtigen Fällen sind die Stadtdienste telefonisch oder per E-Mail zu erreichen.