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Solingen: 1248 freie Lehrstellen im Bergischen Städtedreieck

Aktion in Solingen, Remscheid und Solingen : Abflug in die Ausbildung

Der Bergische Ausbildungskonsens unter Federführung der Industrie- und Handelskammer will jetzt gezielt Jugendliche und deren Eltern beim Einkaufen ansprechen, um für die betriebliche Ausbildung zu werben.

Das Interesse nach Ausbildungsplätzen bei der Stadtverwaltung war hoch. Gleichwohl hat es sich etwas hingezogen, bis alle 53 Ausbildungsplätze in 20 verschiedenen Berufen besetzt werden konnten. „Die Stellen, die wir besetzen wollten, haben wir besetzen können“, sagt Claudia Schauenberg von der Ausbildungsleitung der Stadt Solingen.

Verwaltungsfachangestellte, die Beamtenlaufbahn im mittleren Dienst, drei verschiedene duale Studiengänge, aber auch Tischler, Gärtner, Kaufleute sowie unter anderem Vermessungstechniker wurden eingestellt. Corona bedingt gab es beim Auswahlverfahren Tests und Vorstellungsgespräche entweder als Präsenzveranstaltung oder eben online. „Wir haben alles gemacht, was möglich war“, sagt Schauenberg.

Damit der Start ins städtische Berufsleben der Jugendlichen auch richtig klappt, lässt es sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach wie in den Vorjahren nicht nehmen, am 16. August in der Maschinenhalle auf dem Gelände des Gründer- und Technologiezentrums die neuen Auszubildenden zu begrüßen.

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So weit wie die Stadt Solingen sind andere Unternehmen noch nicht. Denn laut Agentur für Arbeit waren zu Beginn dieses Monats – üblicherweise der Startmonat in die betriebliche Ausbildung – noch 279 Lehrstellen unbesetzt. Auf der anderen Seite führt die Berufsberatung noch 203 unversorgte Bewerber. Rein rechnerisch könnten somit alle Bewerber einen Ausbildungsplatz finden – sofern Topf und Deckel zusammenpassen. Im Städtedreieck sind noch 1248 Stellen nicht besetzt., die Zahl der noch suchenden Bewerber wird mit 1016 angegeben.

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Berufsberater der Agentur für Arbeit nicht wie gewohnt in die Schulen gehen und dort für Ausbildung werben. Für Carmen Bartl-Zorn, Geschäftsführerin bei der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und hier für Aus- und Weiterbildung zuständig, mit ein wichtiger Grund, dass jetzt noch etliche Ausbildungsbewerber unentschlossen sind. Zudem gab es Kontaktbeschränkungen. Dadurch konnten viele Schnupper-Praktika in den Betrieben nicht stattfinden.

„Wir wollen deshalb nun auf die Bewerber zugehen und Kurz- und Unentschlossene gezielt ansprechen – dort, wo die Jugendlichen sind“, sagt Carmen Bartl-Zorn. „Durch den persönlichen Kontakt wollen wir Jugendlichen und Eltern die Scheu nehmen, sich an offizielle Beratungsstellen zu wenden“, ergänzt Bartl-Zorn.

 Unter dem Motto „Abflug in Ausbildung“ – Schirmherren sind die Oberbürgermeister der drei bergischen Großstädte – sind Berufsberater, Vertreter der Jobcenter, der IHK und auch Ausbilder aus Unternehmen deshalb am 19. und 20. August, jeweils von 15 bis 17 Uhr, auf dem Graf-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte und stehen Jugendlichen und Eltern Rede und Antwort in Sachen Ausbildung und noch zur Verfügung stehender Ausbildungsplätze. „Völlig unkompliziert und ohne Termin kann das Angebot wahrgenommen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bergischen Ausbildungskonsenses. Auch in Remscheid (11. August im Allee-Center, 12 bis 15 Uhr) und Wuppertal (23. / 24. August, 14 bis 16 Uhr, Johannes-Rau-Platz 1) sind Beratungen quasi beim Einkaufen vorgesehen.

Für Carmen Bartl-Zorn und den Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Martin Klebe, ist klar: „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen so gut wie lange nicht, und jeder hat die Möglichkeit, mit der beruflichen Weiterbildung einen Abschluss auf Bachelor- oder Masterniveau zu erreichen.“ Auch seien die Übernahmechancen nach einer dualen Ausbildung überaus gut. In sämtlichen Branchen seien noch Lehrstellen frei. „Es ist jetzt wichtig, dass wir rausgehen, Präsenz zeigen und intensive Beratung anbieten. Wir dürfen die Jugendlichen jetzt nicht allein lassen“, sagt Martin Klebe.