Solarkraftwerk für den Eigenbedarf in Solingen

BürgerEnergie Solingen ist Eigentümer der neuen Anlage : Solarkraftwerk für den Eigenbedarf

„Unser großes BOB-Projekt ist nicht nur auf die Batterie-Oberleitungsbusse begrenzt“, sagt der Geschäftsführer des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Solingen (SWS), Conrad Troullier.

„Vielmehr geht es um die Verknüpfung von Energie, Mobilität und Digitalisierung“. Dafür gebe es Fördergelder, überdies wird intensiv geforscht. Teilaspekte sind selbst erzeugter Strom beziehungsweise ökologische Versorgungskonzepte. Hier arbeiten die Stadtwerke mit der Genossenschaft Bürgerenergie Solingen (BESG) zusammen. Gemeinsames Ziel im Rahmen der Energiewende ist es, eine „dezentrale Energieversorgung aufzubauen und den Strom für Solingen in Solingen zu produzieren“, sagt Uwe Asbach vom Vorstand der BESG.

Zusammen mit seiner BESG-Vorstandkollegin Ingeborg Friege und Conrad Troullier sowie dem Leiter der Oberleitungstechnik der Stadtwerke, Axel Flemm, stellte Asbach am Donnerstag auf dem SWS-Betriebsgelände an der Weidenstraße eine neue Photovoltaik-Anlage vor. Bauherr und Eigentümer ist die Genossenschaft, der Verkehrsbetrieb stellt das Dach zur Verfügung und mietet die Anlage nun bei der BESG. 316 Solarmodule auf einer Fläche von 524 Quadratmetern wandeln Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Das neue Solarkraftwerk soll jährlich mehr als 81.000 Kilowattstunden liefern und den Austoß von rund 49.000 Kilogramm Kohlendioxid einsparen. Die Anlage ist seit Juli am Netz und hat seit Inbetriebnahme bereits 5,3 Megawattstunden Strom produziert.

Der selbst produzierte Strom soll den Eigen-Energiebedarf des Stadtwerke-Betriebshofes an der Weidenstraße decken. Voraussichtlich wird er zunächst nicht ins Versorgungsnetz eingespeist. Gleichwohl ist es technisch möglich, den so erzeugten Gleichstrom auch ins Oberleitungsnetz einzuspeisen. „Wir wollen die Energiewende voranbringen“, betont SWS-Geschäftsführer Conrad Troullier. Denn im Rahmen des Forschungsprojektes BOB ist es ein Mosaikstein, den auf Dächern erzeugten Strom direkt ins Oberleitungsnetz einzuspeisen. Mit der Anlage auf dem Werkstattdach des Betriebshofes Weidenstraße sei dazu nun ein erster Schritt getan. Immerhin: Durch den Einsatz der Oberleitungsbusse werden heute bereits knapp 5000 Tonnen CO2 eingespart.

Die Genossenschaft BürgerEnergie Solingen ging 2015 an den Start und hat mit der Anlage an der Weidenstraße mittlerweile die neunte Photovoltaik-Anlage realisiert. Die produzieren zusammen im Jahr etwa 360.000 Kilowattstunden Strom. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht rund 5000 Kilowattstunden.

„Je mehr Mitglieder wir haben, desto mehr Mittel haben wir für weitere Projekte zur Verfügung“, sagt Ingeborg Friege. 262 Mitglieder zählt die Genossenschaft aktuell. Sie trägt alle Kosten für den Aufbau der Photovoltaik-Anlage und sämtliche Betriebskosten in der Zeit des Pachtvertrages.

Conrad Troullier, Ingeborg Friege und Uwe Asbach können sich auf dem Betriebshof an der Weidenstraße weitere Photovoltak-Anlagen vorstellen. Geeignete Gebäude beziehungsweise Dächer, auf denen Solarmodule installiert werden können, wären jedenfalls vorhanden. Bis zum Herbst sollen hier Entscheidungen fallen.

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