St. Maria Rosenkranzkönigin in Wiescheid : Grenz-Gemeinde will Umgebung beleben

Die Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin in Wiescheid ist die Heimat von Katholiken aus Langenfeld und Solingen. Doch das Pastoralteam der Gemeinde will auch selbst zur Belebung des Stadtteils beitragen.

Das neugotische Gotteshaus an der Kirchstraße ist nicht nur ein Ort des Gebets und der Besinnung, sondern auch ein Schauplatz der Begegnung. Und davon hat Wiescheid nicht allzu viele. Doch es gibt Initiativen, das zu ändern: So formierte sich im Juni die erste gemeinsame ZWAR-Gruppe („Zwischen Arbeit und Ruhestand“) von Langenfeld und Solingen: Wiescheider und Einwohner des Quartiers Rupelrath-Landwehr in der zweiten Lebenshälfte planen darin zusammen Freizeitaktivitäten oder engagieren sich auf sozialer und politischer Ebene für den Stadtteil.

Und sie treffen sich alle 14 Tage im Pfarrsaal der Kirche St. Maria Rosenkranzkönigin. Womit sich ein Kreis schließt: Denn die Gottesdienste an der Kirchstraße vereinen ohnehin Gläubige aus beiden Städten. „Auch nachdem das Erzbistum die Pfarrgrenzen mit den kommunalen Grenzen in Einklang gebracht hat, änderte sich daran nichts“, sagt Pastoralreferent Detlef Tappen. Das hat letztlich pragmatische Gründe: Ohne die Solinger hätte sich die Gemeinde logischerweise verkleinert. Doch weniger Gemeindemitglieder bedeuten auch weniger Kindergartenplätze.

Der Bezug zu Solingen ist auch in der um 1900 erbauten Kirche zu erkennen: So stammen die nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Chorfenster, die die „Verkündigung Mariens“, die „Kreuzigung“ und die „Auferstehung Christi“ zeigen, von keinem geringeren als dem vielfach ausgezeichneten Solinger Maler Georg Meistermann. Wahl-Solinger Henryk Dywan verewigte sein bildhauerisches Können unter anderem im Bronzerelief am Sockel des Altars.

Pastoralreferent Detlef Tappen. Foto: Meuter, Peter (pm)

Eine eigenständige Pfarrei ist St. Maria Rosenkranzkönigin nicht mehr – seit 2011 gehört sie zur acht Gemeinden umfassenden Großgemeinde St. Josef und Martin. Auch einen eigenen Ortsausschuss gibt es nicht mehr – was die Akteure am Kirchort jedoch nicht zur Untätigkeit verleitete: Ein Trägerverein sorgte für den Erhalt der Bücherei am Gotteshaus. „Sie ist noch ein Ort für ein aktives Gemeindeleben“, sagt Tappen. Die Arbeit der vom Land NRW geförderten ZWAR-Gruppe, die lediglich die Räume der alten Pfarrei nutzt, lobt er ebenfalls: „Die boomt zurzeit.“

Doch das Pastoralteam will auch selbst zur Belebung des Stadtteils beitragen – und hat dabei auch jüngere Einwohner und Familien im Blick: „Wir wollen lernen, wie Menschen in Wiescheid leben, mit ihnen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie brauchen“, erklärt Tappen. Zu diesem Zweck lädt er gemeinsam mit Pfarrer Stephan Weißkopf am morgigen Samstag alle Interessenten zu einem besonderen „Spaziergang“ durch den Stadtteil mit anschließendem Austausch und Imbiss ein. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Vorplatz von St. Maria Rosenkranzkönigin, Kirchstraße 39.

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