Prinzenpaar : Die Strumpfhose ist eine Herausforderung

Prinz Sascha I. und Prinzessin Gudrun I. blicken gespannt auf die Höhepunkte der Session – und freuen sich besonders auf Besuche bei Menschen, die nicht zu den Veranstaltungen kommen können.

Manchmal sind die Momente, denen man lang entgegengefiebert hat, ganz anders als zuvor erwartet. Wie haben Sie den großen Moment bei der Prinzenproklamation erlebt?

Sascha I. Das war noch besser. Das Publikum war sensationell, wir hatten soviel Spaß. Und eigentlich hatte ich gar nicht die Zeit dafür, aufgeregt zu sein, weil ich damit beschäftigt war, die eine oder andere Hofdame zu beruhigen (lacht).

Gudrun I. Ich habe es genauso empfunden, wie ich es erwartet und erhofft hatte. Nur dass Sascha so eine Show abziehen und Trompete spielen würde, wusste niemand vorher.

Seit wann wollten Sie eigentlich Prinz und Prinzessin werden?

Sascha I. Schon seit sehr langer Zeit. Gudrun ist gut mit meiner Mutter befreundet und kennt mich von kleinauf. Mit ihrem Sohn war ich gemeinsam im Kindergarten und auf der Realschule Vogelsang. Und wir sind schon so lange privat im Karneval aktiv – Gudrun als Kopf ihrer Gruppe und ich mit meiner Familie und Freunden. Und ich habe immer gesagt: Wenn ich Prinz werde, dann nur gemeinsam mit Gudrun.

Gudrun I. Wir haben immer aus Spaß gesagt, wir müssen mal das Prinzenpaar werden. Und dann kam Sascha im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten und fragte, ob ich seine Prinzessin sein wollte.

Sascha I. Dann kam erstmal ein Schrei...

Gudrun I. ...und nachdem ich einmal drüber geschlafen hatte, sagte ich zu.

Wie viele Termine stehen nun an?

Sascha I. Zwischen 100 und 140. Ganz genau lässt es sich nicht sagen, weil einige caritative Termine noch nicht im Kalender stehen. Jetzt beginnt erst einmal unsere Weihnachtspause.

Einige Termine führen Sie auch ins Umland.

Sascha I. Genau. Nach dem Jahreswechsel sind wir bei einem Prinzentreffen in Wuppertal. Wir haben aber auch Auftritte in Hilden, Langenfeld, Kerpen, Recklinghausen und im Landtag.

Auf welche Termine freuen Sie sich besonders?

Gudrun I. Auf den Landtag bin ich schon sehr gespannt – und natürlich freue ich mich schon jetzt auf Rosenmontag.

Sascha I. Ein Höhepunkt wird für mich persönlich sicherlich auch die Große Karnevalssitzung der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs sein, deren Mitglied ich bin. Aber natürlich freue ich mich auf alle Veranstaltungen der Solinger Karnevalsvereine. Sehr am Herzen liegt uns aber auch, zu den Menschen zu gehen, zum Beispiel in den Altenheimen. Wir wollen diejenigen besuchen, die vielleicht selbst einmal Jecken waren und nicht mehr das Haus verlassen können.

Werden Sie wieder Trompete spielen ?

Sascha I. Natürlich. Auf jeder Veranstaltung, bei der das gewünscht ist, spiele und singe ich mein zehn-minütiges Medley.

Wie organisiert man bei dem ganzen Programm den Alltag?

Sascha I. Ich habe mit allen Mitarbeitern in der Firma gesprochen. Ohne ihre Unterstützung könnte ich das nicht machen. Auch Kollegen, die sonst auf der Baustelle sind, übernehmen Tätigkeiten im Innendienst.

Gudrun I. Ich muss natürlich einige private Aufgaben anders organisieren. Dass ich weniger zu Hause bin, ist aber insofern kein Problem, als mein Lebensgefährte Hans-Peter Hafer uns als Fahrer überallhin bringt.

Wie karnevalistisch sind denn die Familien eingestellt?

Sascha I. Mein Vater hat schon früher beim Rosenmontagszug mitgemacht, ist während der Fahrt auf dem Wagen Trampolin gesprungen. Auch meine Mutter ist schon immer mit zum Karneval gegangen. Das gehört für uns einfach zum Jahr wie Weihnachten und Silvester.

Gudrun I. Bei mir ist es etwas unterschiedlich: Mein Sohn ist nicht unbedingt jeck, meine ältere Enkelin auch nicht. Aber auch sie war bei der Prinzenproklamation im Publikum und es hat ihr gefallen. Meine jüngere, neunjährige Enkelin hingegen ist genauso „bekloppt“ wie die Oma (lacht).

Wie klappt eigentlich das Anziehen des Ornats?

Gudrun I. Ich kann mein Kleid eigentlich schnell anziehen, allerdings brauche ich immer jemanden, der mir beim Reißverschluss hilft.

Sascha I. Allein kann ich das auch nicht – schon weil das Ornat wie eine Zwangsjacke hinten zugeknöpft wird. Die größte Herausforderung aber ist es, die Strumpfhose richtig anzuziehen, so dass die Naht innen liegt. Und als ich bei der Proklamation einmal draußen stand, sagte ich zu den Frauen: „Wie kann man nur im Winter Strumpfhosen tragen?“

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