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sm_ Gericht: Diebstahl in Commerzbank

WUPPERTAL / SOLINGEN : Diebin setzt auf Therapie und nimmt Berufung zurück

Überwachungsvideo trug zur Aufklärung eines Diebstahls in einer Bank bei.

(mag) Ein Mann eilt in eine Bankfiliale in der Hauptstraße, um Bargeld abzuheben und Kontoauszüge ausdrucken zu lassen. Auf dem Weg von einem Automaten zum nächsten muss es einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit gegeben haben – jedenfalls hatte der Kunde seine Geldbörse auf einem Brett über dem Geldautomaten liegen gelassen. 20 Euro hatte er dort kurz zuvor abgehoben - also keine wirklich hohe Summe.

Mittlerweile hatte eine weitere Kundin das Foyer der Bank betreten. Sie war in Begleitung ihres Vaters gekommen, und das offenbar gerade in diesem einen Augenblick, in dem der Mann seine Geldbörse aus dem Auge verloren hatte. Die 42-Jährige zögerte nicht lange und steckte sich das Portemonnaie in die Tasche. Als dessen Besitzer den Verlust bemerkte, sprach er die Frau und deren Vater an. Ob sie die Geldbörse bemerkt hätten. Der Vater verneinte, seine Tochter sagte nichts.

Der Kunde wandte sich daraufhin an Mitarbeiter der Bankfiliale und schlussendlich war es ein Überwachungsvideo, dass zur Aufklärung des Diebstahls beitragen sollte. Darauf war deutlich zu sehen, dass die 42-Jährige die Geldbörse eingesteckt hatte – was ihr beim Amtsgericht eine siebenmonatige Haftstrafe eingebracht hatte. Dagegen hatte die Angeklagte Berufung eingelegt, die nun beim Wuppertaler Landgericht verhandelt wurde.

Über ihren Anwalt ließ die Diebin mitteilen, seit beinahe 30 Jahren drogenabhängig zu sein. „Es ist verwunderlich, dass sie hier überhaupt noch sitzt“, ließ der Verteidiger das Gericht wissen. Die damalige Tat müsse im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität gesehen werden. Mittlerweile befinde sich die Angeklagte in einem Methadonprogramm, eine stationäre Therapie sei bereits beantragt. Vor diesem Hintergrund nahm die Angeklagte ihre Berufung zurück in der berechtigten Hoffnung, dass der Therapieaufenthalt auf die verhängte Haftstrafe angerechnet wird und sie diese vermutlich nicht mehr wird antreten müssen.