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Biologische Station: Signalkrebse in der Wupper - Wanderausstellung im Haus Müngsten

Biologische Station : Signalkrebse in der Wupper - Wanderausstellung im Haus Müngsten

Der Edelkrebs ist in den Gewässern Mitteleuropas stark verbreitet, er fühlt sich auch in den Flüssen und Seen Nordrhein-Westfalens sehr wohl. "Allerdings ist sein Bestand gefährdet, er wurde schon vor etwa 50 Jahren durch die Krebspest stark dezimiert", erklärte Dr. Jan Boomers, Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Der Edelkrebs ist in den Gewässern Mitteleuropas stark verbreitet, er fühlt sich auch in den Flüssen und Seen Nordrhein-Westfalens sehr wohl. "Allerdings ist sein Bestand gefährdet, er wurde schon vor etwa 50 Jahren durch die Krebspest stark dezimiert", erklärte Dr. Jan Boomers, Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Damals sollte der aus dem amerikanischen Raum stammende Signalkrebs den Bestand wieder auffrischen, "und damit hatte man genau das Falsche getan", sagte Boomers bei der Präsentation einer Wanderausstellung im Haus Müngsten. Dort kann sich bis Ende März der interessierte Besucher anhand von großen Schautafeln über die Flusskrebse in NRW informieren, und gleich zwei prächtige Exemplare bewundern. Während der Edelkrebs ruhig in seiner Höhle bleibt, ist der Signalkrebs ständig in seinem Aquarium unterwegs. "Der Signalkrebs ist eben deutlich angriffslustiger als der Edelkrebs", sagte Liza Helfen.

Die Studentin hatte vor kurzem erfolgreich eine Diplomarbeit über Krebse abgeliefert und wird dem Thema auch in ihrem weiteren Studiengang verbunden bleiben. Der Signalkrebs brachte einen neuen, hoch virulenten Stamm des Erregers der Krebspest nach Europa, selbst ist der Amerikaner immun dagegen. Er ist den heimischen Arten stark überlegen, verdrängt sie aus ihren Lebensräumen und vermehrt sich aggressiv. "Auch bei uns in der Wupper ist das Problem zu beobachten, hier finden wir kaum noch Edelkrebse", informierte Boomers. Dem möchte das Edelkrebsprojekt NRW entgegen wirken und den heimischen Krebs wieder einsetzen. "Dafür sind aber wichtige Kriterien zu berücksichtigen, das Besatzwasser muss frei sein vom Signalkrebs und der Krebspest", erklärten die beiden Experten. Für Jan Boomers ist das Haus Müngsten im Brückenpark genau der richtige Ort für solch eine Natur-Ausstellung mit wechselnden Themen. In Ullrich Hütte, dem Betriebsleiter der beliebten Gaststätte, hat er einen zustimmenden Partner an seiner Seite. "Leider ist ja das Besucherzentrum damals beim Bau des Brückenparks eingespart worden, dann machen wir das im kleinen Rahmen eben zukünftig hier", sind sich die beiden einig. Für das Frühjahr ist eine Ausstellung über die Obstwiesen im Bergischen geplant.

Wolfgang Günther

(wgü)