Solingen: Siegfried Lapawa erhält Denkmalpreis

Solingen: Siegfried Lapawa erhält Denkmalpreis

Rund ein Jahrzehnt Planung und diverse Schwierigkeiten waren zu überwinden. Nun haben die Anstrengungen Früchte getragen. Der Denkmalpreis 2011 geht an das sanierte "Traditionshaus" an der Kölner Straße, besser bekannt als Tückmantel-Haus.

Dr. Beate Battenfeld vom Bergischen Geschichtsverein überreichte den Preis gestern im Stadtarchiv an Eigentümer Siegfried Lapawa. Der Geschäftsmann hatte das Baudenkmal für insgesamt 6,5 Millionen Euro kernsanieren lassen.

"Es ist ein Glanzpunkt in unserer Innenstadt entstanden", begründete Battenfeld die Wahl, die im zuständigen Arbeitskreis einstimmig gefallen sei. Im Rahmen der notwendigen Renovierung seien die Grundsubstanz des 120 Jahre alten Gebäudes erhalten, überbaute Elemente freigelegt und Verzierungen wieder zur Geltung gebracht worden, lobte Battenfeld weiter. Der Preisträger gab sich bescheiden: "Der Preis gebührt den vielen Mitarbeitern, die das zusammen geschafft haben", sagte Lapawa und berichtete gerührt über die Anfänge des Projekts. Klaus Weber, langjähriger Vorsitzender des Verschönerungsvereins, habe ihm vor zwölf Jahren empfohlen, das Gebäude von seinem insolventen Vorbesitzer zu übernehmen. Der Weg zum neuen Glanz war steinig. Erst mussten Fragen des Planungsrechts mit der Stadt abgeklärt werden. Zudem kaufte Lapawa von Nachbarn angrenzende Gebäudeteile. Im alten Tückmantel-Haus warteten einige Überraschungen: So musste der Kampfmittelräumdienst Altlasten des Zweiten Weltkriegs beseitigen. "Wir wussten nie, was als nächstes kommt", sagte Lapawa. Partner bei der Sanierung war die Kissel-Gruppe. Insgesamt entstanden auf dem Grundstück am Neumarkt über tausend Quadratmeter neue Gewerbefläche, sowie Wohnraum für drei Stadtwohnungen. Zwei Etagen sind bereits von den Mietern bezogen worden. Es laufen noch Gespräche mit weiteren Interessenten.

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In Absprache mit der Denkmalbehörde ließ Lapawa außerdem einen Aufzug in das fünfgeschossige Gebäude einbauen. Für die Arbeiten an der Außenfassade studierte der Eigentümer Unterlagen aus dem Stadt- und Landesarchiv. "Es war mein Herzenswunsch, der Stadt ein Stück Tradition zurückzugeben", sagte Lapawa. Eines werde er aber anders als der erste Eigentümer Julius Tückmantel nicht schaffen, fügte er schmunzelnd hinzu: Dieser habe seine Investitionen in das Haus durch sein Schreibwarengeschäft innerhalb von sechs Monaten zurückerhalten.

(RP/rl)
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