Sieben Millionen fürs Finanzamt in Solingen

Solingen-Ohligs: Umbau des Finanzamtes beginnt

Im November startet die Sanierung des Hauses an der Kamper Straße. Die Investorenfirma will sieben Millionen Euro in das Gebäude stecken, das in einem zweiten Schritt einen Anbau erhalten soll. Geplant sind rund 50 Wohnungen.

In den zurückliegenden Wochen waren noch einige Planungen zu erledigen. Doch jetzt stehen die Bauarbeiter sprichwörtlich Gewehr bei Fuß. Denn schon Anfang November soll in Ohligs der Startschuss fallen zu einem neuen Bauprojekt, mit dessen Hilfe der Standort auf der Ostseite des Solinger Hauptbahnhofs weiter an Attraktivität gewinnen dürfte.

Auf dem Gelände des ehemaligen Finanzamtes an der Kamper Straße will die Kölner Firma ANG Investment in den folgenden Monaten knapp 50 moderne Wohnungen schaffen – wobei die Bauarbeiten in zwei Etappen erfolgen werden. So ist in einem ersten Schritt zunächst einmal vorgesehen, den vorhandenen Altbau umfassend zu sanieren. Und danach will der Investor auf dem zurzeit freien Bereich des Grundstücks noch einen zusätzlichen Neubau samt Tiefgarage realisieren.

„Wir werden in Ohligs insgesamt eine Summe in Höhe von sieben Millionen Euro in die Hand nehmen“, sagte jetzt der Vertreter von ANG Investment, Togrul Eziz, der parallel weitere Bauprojekte in der Klingenstadt in Aussicht stellte. „Diese Vorhaben werden dann ein Volumen von ungefähr fünf Millionen Euro umfassen“, kündigte Eziz am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion an.

ANG Investment vertritt nach eigener Auskunft eine Gruppe von ausländischen Geldgebern, die ihrerseits von dem Standort Solingen überzeugt sind. Denn immerhin, so Togrul Eziz, liege die Stadt im Dunstkreis der Metropolen Köln und Düsseldorf, die gerade von Ohligs aus gut zu erreichen seien – was wiederum gerade für solche Leute, die sich die hohen Immobilien- sowie Mietpreise in Köln und Düsseldorf nicht mehr leisten könnten, immer häufiger ein durchschlagendes Argument für einen Umzug an die Peripherie sei.

  • Solingen : 50 neue Wohnungen im alten Finanzamt Ohligs

Bei der Stadt Solingen wurden die Pläne für einen Sanierung des alten Finanzamtes derweil bestätigt. „Für den Bestandsbau liegt eine gültige Baugenehmigung aus dem Jahr 2016 vor“, sagte eine Rathaus-Sprecherin. Und in Sachen Neubau hätten die Investoren ebenfalls schon vorgefühlt, hieß es am Donnerstag aus der Verwaltung. Diesbezüglich müssten allerdings zunächst noch einige ergänzende Unterlagen eingereicht werden, ehe endgültig Grünes Licht gegeben werden könnte, schränkte die Sprecherin der Stadt ein.

Tatsächlich stehen die Verantwortlichen im Rathaus dem Vorhaben von ANG Investment an der Kamper Straße durchaus positiv gegenüber. Denn dadurch würden nicht allein 50 neue Eigentumswohnungen entstehen, die eine Hilfe darstellten, den Immobilienmarkt im Solinger Westen zu entspannen. Vielmehr böte die Umwandlung auch die Möglichkeit, in einer der augenblicklich gefragtesten Gegenden der Klingenstadt eine städtebauliche Lücke zu schließen, die seit mehreren Jahren klafft und die in den Augen etlicher Ohligser längst zu einem gewissen Ärgernis geworden ist.

Bis in die 90er Jahre hinein hatte das schwarz verkleidete Haus als Polizeiwache für Ohligs dient. Und nach dem Abschied der Beamten waren dann noch die Mitarbeiter der Abteilung für Groß- und Konzernbetriebsprüfung bei der Finanzverwaltung in das Gebäude eingezogen. Doch seit dem Jahr 2004 stand die Immobilie dann durchgehend leer, was schließlich zur Folge hatte, dass das Haus zunehmend verwahrloste.

Beispielsweise häufte sich noch Anfang des Jahres Unrat auf dem Areal, das von Unbekannten zwischenzeitlich zur Müllkippe umfunktioniert worden war. Der Abfall wurde von ANG Investment schon im Frühjahr abgeräumt. Und nun soll in den nächsten Tagen ein Gerüst aufgestellt werden, damit der Umbau bald starten kann.

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