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Solingen: „Sie sind für Kinder gefährlich“

Solingen : „Sie sind für Kinder gefährlich“

Ob er das Urteil des Landgerichts akzeptiert oder in Revision geht, berät der verurteilte Radevormwalder derzeit mit seiner Anwältin. "Darüber ist noch nicht entschieden", erklärte Daniela Cremer gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung. Nachdenken wolle ihr Mandant über die Worte von Wolfgang Hansel, dem Vorsitzenden Richter der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Köln.

Der hatte ihm vorgehalten, "sich leichte Opfer ausgesucht zu haben", nur eine ansatzweise Einsicht in seine pädophile Neigung zu besitzen, und: "Sie haben sich selbst als glücklichen Menschen bezeichnet, auch in der Zeit, in der die sexuellen Misshandlungen stattfanden — da weiß ich, was ich von Ihnen zu halten habe."

"Jungen — im Urlaub ausgeliefert"

Eine kriminelle Energie sah das Gericht nicht nur in den unternommenen Reisen an die Nord- und Ostsee, nach Spanien oder Holland. "Die Jungens waren Ihnen im Urlaub ausgeliefert." Ebenso raffiniert sei gewesen, so der Vorsitzende Richter, Geld zu geben und den Jungen eine Art von Konto einzurichten. "Sie haben nicht immer sofort gezahlt, so dass Sie sicher waren, dass die Jungs wiederkommen."

Die verhängte Strafe ist höher als von der Staatsanwältin gefordert und umfasst auch die anschließende Sicherungsverwahrung, gegen die sich die Verteidigerin in ihrem Plädoyer ausgesprochen hatte. Auch auf Basis eines gestern vorgetragenen psychologischen Gutachtens über den Radevormwalder, der gestern sagte: "Es tut mir leid, was ich getan habe", begründete der Vorsitzende Richter der 2. Großen Strafkammer: "Sie sind für Kinder im vorpubertären und pubertären Alter gefährlich."

(RP)