Solingen: Seniorenwohnungen stark nachgefragt

Solingen: Seniorenwohnungen stark nachgefragt

Der Spar- und Bauverein Solingen hat in den vergangenen zehn Jahren über 211 Millionen Euro in Wohnungen und Häuser investiert. Die größte Wohnungsbaugenossenschaft im Rheinland hat eine Eigenkapitalquote von 37 Prozent.

Der Spar- und Bauverein Solingen (SBV) hat auch im Geschäftsjahr 2017 ein außerordentlich gutes Ergebnis erzielt. "Wir investieren weiter in das Unternehmen, um den Fortbestand der Genossenschaft zu sichern", erklärte gestern der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Bertl zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Ulrich Bimberg und Manfred Krause.

Neu im Vorstand der vor 121 Jahren gegründeten Genossenschaft ist ab dem 1. Juli Jürgen Dingel. Er ist langjähriger Finanzleiter des SBV und verstärkt neben Ulrich Bimberg künftig den hauptamtlichen Vorstandsbereich. Krause und Erwin Kohnke sind im jetzt wieder vierköpfigen Vorstand nebenamtlich tätig. "Mit der Bestellung von Jürgen Dingel sorgen wir auch im Vorstand für Kontinuität", sagte Bertl.

Kontinuität ist erneut im Geschäftsergebnis der größten Wohnungsbaugenossenschaft im Rheinland zu erkennen. Bei einer Bilanzsumme von 287,4 Millionen Euro stieg die Eigenkapitalbasis um rund sechs Millionen Euro auf jetzt 106,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt jetzt 37 Prozent. Die 13.674 SBV-Mitglieder bekommen mit vier Prozent erneut die höchstmögliche Dividende auf ihre Anteile ausgezahlt - sofern die Vertreterversammlung am 9. Juni einen entsprechenden Beschluss fasst. Aus dem Jahresergebnis gehen darüber hinaus sechs Millionen Euro in die Ergebnisrücklage.

Die Genossenschaft hat im vergangenen Jahr - auch zur Freude des Solinger Handwerks - zudem erneut kräftig investiert. 17,2 Millionen Euro flossen in die Modernisierung und Instandhaltung der Wohnungen. Insbesondere die energetische Sanierung stand hier im Vordergrund. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir über 211 Millionen Euro investiert", sagten Ulrich Bimberg und Hans-Werner Bertl bei der Vorstellung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2017. "Wir sind und bleiben ein starkes Stück Solingen", ergänzte Vorstandsvorsitzender Bimberg. Aber auch Neubauprojekte wurden nicht vernachlässigt. Das Projekt "Generationenwohnen" am Wasserturm steht nun kurz vor dem Abschluss.

  • Solingen : Senioren-Wohnprojekt im Böckerhof

Hier sind bis September dieses Jahres 41 barrierefreie Seniorenwohnungen, eine Tagespflegeeinrichtung und ein Bewohnertreff bezugsfertig. Die öffentlich geförderten Wohnungen sind begehrt: "Es gibt über 200 Anfragen", so Bimberg. Aber auch die 501 Wohnungen in der Siedlung Wasserturm wurden und werden modernisiert. Die Investitionssumme allein für die Siedlung Wasserturm summiert sich auf 36 Millionen Euro. Gut sechs Millionen wurden für den Neubau aufgewendet.

Aber auch in anderen Siedlungen wird modernisiert und instandgesetzt, versicherte Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft. So am Weyersberg oder im Bereich der Zietenstraße. Am Böckerhof kündigt sich derweil ein weiteres Seniorenwohnungsbauprojekt an: An der Ecke Argonner Weg/Wittekindstraße soll ein viergeschossiger Neubau mit 33 barrierefreien Seniorenwohnungen entstehen. Zusätzlich geplant sind 27 Generationenwohnungen für alle Altersgruppen und eine Kita. Baubeginn ist Frühjahr 2019, die viergruppige Kita soll im Sommer 2020 an den Start gehen. Gut zwölf Millionen Euro nimmt der SBV in den nächsten Jahren im Böckerhof in die Hand. Läuft alles nach Plan, könnte das Gesamtprojekt Ende 2021 fertiggestellt sein.

Der SBV beschäftigt 135 Mitarbeiter. Für Vorstand und Aufsichtsrat ist aber klar, dass es weiter engagierte Mitglieder braucht, um nicht nur die Bewohnerselbstverwaltung weiter nach vorne zu bringen. "Wir haben eine gute Beteiligungskultur", sagte Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Bertl. Viele Mieter dürfen sich zudem freuen. Denn die vor Jahren ausgesprochene Mietpreisgarantie bis Ende 2018 für Wohnungen im Bestand, in die zuletzt nicht investiert worden ist, hat weiter Gültigkeit. Manfred Krause: "Mieterhöhungen sind nicht vorgesehen."

(uwv)