Solingen: Schulsanierungen laufen auf Hochtouren

Solingen : Schulsanierungen laufen auf Hochtouren

Allein in das Gebäude des Gymnasiums Schwertstraße werden 1,3 Millionen Euro investiert. Die Arbeiten kommen gut voran.

Das Gebäude des Gymnasiums Schwertstraße erinnert derzeit an den 1995 durch das Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude verhüllten Berliner Reichstag. Auch das Gymnasium ist eingepackt, nur ist es kein Kunstprojekt: Hier arbeiten in den Schulferien bis zu 45 Handwerker der verschiedenen Gewerke.

Wie hier am Gymnasium Schwertstraße wird die unterrichtsfreie Zeit für Bau- und Sanierungsarbeiten genutzt, die zum größten Teil noch bis weit nach Ferienende weiterlaufen. Insgesamt 23,4 Millionen Euro investiert die Stadt mit Hilfe von Fördertöpfen von Land und Bund in acht Schulgebäude. Der Sanierungsstau ist gravierend.

"Wir liegen gut in der Zeit, obwohl uns das zu dieser Jahreszeit untypische Regenwetter schon manchen Strich durch unsere Planungen gemacht hat", sagt Bauingenieur Uwe Clauberg. Die Planung und Ausführung einschließlich der Bauüberwachung obliegt dem Bauingenieur, der zusammen mit dem Architekten Volker Lehnhoff ein Planungs- und Architektenbüro in Höhscheid betreibt. Beide haben übrigens 1981 und 1992 selbst am Gymnasium Schwertstraße das Abitur gemacht. "Wir hätten uns niemals träumen lassen, dass wir einmal unsere ehemalige Schule energetisch auf Vordermann bringen würden", sagt Clauberg.

So sind sämtliche 286 hölzerne, zum größten Teil verzogene oder marode Altfenster des alten Schulgebäudeteils bereits ausgebaut und bis auf wenige durch neue Fensteranlagen ersetzt. Hierfür zeichnete eine Spezialfirma aus Olpe verantwortlich. Sie hatte nach der deutschlandweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten.

Die neuen Fenster aus Kunststoff sind dreigeteilt. Der obere lasse sich jetzt kippen, die Flügel können zudem auch ganz geöffnet werden. "Sie bieten einen deutlich verbesserten Wärme- und Isolationsschutz", erläutert Clauberg. Denn die Fenster an der Südseite des Gebäudes erhalten auch noch Jalousien.

16 neue Fenster hat auch die Aula bekommen, zudem eine Klimaanlage. Auch die Treppenhäuser erhielten neue Fenster und in der Turnhalle des Gymnasiums werden die Glasbausteine teilweise durch festes Mauerwerk ersetzt. Teilweise deshalb, weil nunmehr auch zu öffnende große Oberlichtfenster eingebaut werden. Diese Arbeiten sind derzeit noch im Gang.

Das gilt auch für das Verputzen der Fenstereinfassungen. Mit diesen Arbeiten ist der Solinger Stukkateur-Meisterbetrieb Armbrüster & Güldenring betraut. "Wir verwenden wärmedämmenden Putz, ersetzen zum Teil auch kaputte Fensterbänke und sorgen für einen neuen Anstrich", sagte Bernd Güldenring.

Und auf dem Dach der "Schwertstraße" herrschte zu diesem Zeitpunkt geschäftiges Treiben: Dort waren allein acht Dachdecker der Solinger Firma Klömpges damit beschäftigt, die marode Dachkonstruktion zu verstärken oder ganze Sparren auszutauschen, während eine zweite Gruppe der Firma wärmedämmende Mineralwolle einbaute. "Hier zahlt sich aus, dass bei der Ausschreibung diese Solinger Firma den Zuschlag erhalten hat, denn nach den vielen Regentagen der letzten Wochen konnte das Unternehmen kurzfristig sehr flexibel reagieren", lobt Clauberg. "Auch hier werden wir bis auf Kleinigkeiten in der Planzeit bleiben. Nur die Arbeiten am Außenputz könnten noch bis in den September hinein dauern."

Dies bedeutet: Am ersten Schultag, also am 30. August, werden alle Klassenräume energetisch saniert, von einer Fachfirma gesäubert und damit nutzbar sein. Ein ganz neues Schul-Gefühl.

(RP)