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Solingen: Schüler wagen einen Blick ins Jahr 2050

Solingen : Schüler wagen einen Blick ins Jahr 2050

"Utopien für unsere Stadt - Solinger Schulen stellen aus" wird am heutigen Freitag im Kunstmuseum eröffnet.

Klein und verloren wirken die Menschen auf der Datenautobahn. So haben dies jedenfalls Schüler eindrucksvoll im Kunstunterricht in ihrer Installation herausgearbeitet: Menschen in Miniaturformat wie auf einer Modelleisenbahn stehen in Reih und Glied auf der Platine eines Computers, in Hintergrund die Silhouette Solingens. Ferngesteuert werden sie von Google, Facebook und Co.

Diese Zukunftsvision ist eine von mehr als 200 Exponaten, die jetzt im Kunstmuseum ausgestellt sind. "Solingen 2050 - Utopien für unsere Stadt - Solinger Schulen stellen aus": Rund um dieses Thema hatte das Kunstmuseum an der Wuppertaler Straße Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 zu der gemeinsamen Schau eingeladen. Beeindruckende Arbeiten sind bei der Ausstellung von jungen Leuten für junge Leute entstanden, sagt Gisela Elbracht-Iglhaut, stellvertretende Leiterin des Kunstmuseums. Das Projekt läuft bereits zum dritten Mal. 13 Kunstkurse der Albert-Schweitzer-Realschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, der Gymnasien Vogelsang und Humboldt sowie der Gesamtschule Solingen beteiligen sich.

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Am heutigen Freitag wird die Ausstellung im Kunstmuseum Solingen um 17 Uhr eröffnet. Unter anderem spricht Oberbürgermeister Norbert Feith. Das Konzept entspricht dem der Bergischen Kunstausstellung. Die besten Projekte der Schüler werden mit den Christel-Fervers-Preisen und den Publikumspreisen der Stadtwerke belohnt. Übergeben werden diese anlässlich der Finissage der Ausstellung am 28. November.

Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Skulptur und Video - der Blick der jungen Solinger auf die Zukunft der Stadt im Jahr 2050 ist ebenso spannend wie vielfältig. "Je länger wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, desto utopischer wurden unsere Ideen und Bilder", sagen die Schüler der Walder Albert-Schweitzer-Schule, die mit Kunstlehrer Erwin Dallmann ein globalisiertes Zukunftsbild der Stadt - wie aus dem Weltraum betrachtet - entworfen haben.

Eine weitere Arbeit zeigt einen futuristischen Obus, der das Pförtner-Häuschen des Stadtwerke-Betriebshofes an der Weidenstraße passiert. Bedrohlich wirkt der "Solingen Tower", der als Wolkenkratzer die City überragt. Deutlich wird bei dem Zukunftsblick der jungen Leute ins Jahr 2050 die Bedeutung der Natur. Eine Fotomontage zeigt beispielsweise das Tückmantelhaus am Neumarkt/Graf-Wilhelm-Platz. Doch statt des gewohnten Verkehrstrubels der Kölner Straße vor dem markanten Gebäude ist eine grüne Wiese mit einem großen Baum zu sehen. Alles wandelt sich, nur das Tückmantelhaus bleibt unverändert - mit diesem Ansatz sind Schüler des Humboldtgymnasiums an die kreative Aufgabenstellung herangegangen. Das Spannungsfeld der Roboter vor dem historischen Haus, wie bei einem der Bilder, ist dabei durchaus beabsichtigt.

(RP)