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Solingen: "Schnelles Geld" durch Internet-Abzocke

Solingen : "Schnelles Geld" durch Internet-Abzocke

Die Verbraucherschützerin Dagmar Blum warnt vor dubiosen Geschäftspraktiken.

Die E-Mail einer dubiosen Grundstücksverwaltung erreichte den 65-jährigen Solinger am Donnerstagnachmittag. "Information zu Überweisung/Umbuchung" stand über der elektronischen Post, entsprechende Kontodaten mit BIC- und IBAN- sowie Kontonummer des Kreditinstitutes des Empfängers, einer Bank in Heidenheim, ebenso war dort der Verwendungszweck zu lesen: Auto zu kaufen. Obendrein ein Betrag in Höhe von 1177,77 Euro, den der Solinger zahlen sollte.

Das machte den Pensionär stutzig, und für den Morgenpost-Leser war schnell klar: "Hier wird von jemandem versucht, das schnelle Geld zu machen." Denn er hatte gar kein Auto gekauft beziehungsweise gar nicht die Absicht, eines zu kaufen. Telefonisch nahm er Kontakt mit der Bank in Heidenheim auf. Die hatte bereits weitere Anfragen von besorgten Betroffenen, die ebenfalls zur Zahlung an die Grundstücksverwaltung aufgefordert worden waren, "allerdings mit unterschiedlichen Beträgen", erfuhr der Solinger.

Die Bank schaltete umgehend die Staatsanwaltschaft ein. Zudem ist auf der Homepage ein entsprechender Sicherheitshinweis zu lesen: "Wir werden Sie niemals per E-Mail, per Telefon oder auch schriftlich in Form eines Briefes oder Fax dazu auffordern, Ihre vertraulichen Daten (zum Beispiel Kreditkarten-, Konto- oder Onlinebanking-Daten) preiszugeben. E-Mails bitte ungeöffnet löschen, da es sich sowohl um einen Virus handeln könnte, beziehungsweise die Möglichkeit eines unberechtigten Zugriffs besteht." Der umsichtige Solinger informierte vorsichtshalber zudem seine Hausbank, damit nur ja kein Geld auf das Konto der Grundstücksgesellschaft eingezahlt werde.

Für Verbraucherschützerin Dagmar Blum ist der beschriebene aktuelle Fall der Internet-Abzocke keine Seltenheit: "Diese oder ähnliche Maschen laufen bereits seit einiger Zeit. Es ist ein großes Spielfeld mit immer unterschiedlichen Varianten", sagt Blum.

Neben solch dubioser Mails warnt die Leiterin der Verbraucherberatung am Werwolf aber auch vor Anhängen oder sogenannten ZIP-Dateien, die zum Teil voll mit Rechtschreibfehlern seien. In diesen Anhängen werde der Kunde aufgefordert, 800 oder über 1000 Euro für gekaufte elektronische Geräte online zu bezahlen.

"Ohne Prüfung sollte gar nichts überwiesen werden", betont Dagmar Blum. Zudem bestehe beim Öffnen von Dateien die Gefahr, dass man sich schadhafte Software auf den eigenen Rechner lädt. Oder Daten weitergibt. "Daten sind ein wertvolles Gut für viele Anbieter", weiß die Verbraucherberaterin. Von daher sagt sie: "Mails und Anhänge in solchen Fällen sollten ignoriert und gelöscht werden.

(RP)