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Solingen: Schneidwarenbranche mit Umsatzrekord

Solingen : Schneidwarenbranche mit Umsatzrekord

Die überwiegend in Solingen ansässige Schneidwaren- und Besteckbranche hat in 2011 glänzende Geschäfte gemacht. "Für dieses Jahr dürfte sich ein Zuwachs von annähernd 20 Prozent auf gut 2,2 Milliarden Euro ergeben", erklärt der Geschäftsführer des Industrieververbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH), Jens-Heinrich Beckmann.

Die Lage der Branche sei angesichts dieser Zuwächse gut, "wir liegen damit über dem Niveau von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise", ergänzt Beckmann.

Allein die beiden großen Sparten, die Schneidwarenindustrie (Küchenmesser) und der Bereich Haushalt-, Küchen- und Tafelgeräte (HKT), seien in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 22 beziehungsweise 15 Prozent gestiegen, so dass sich allein hier schon ein Umsatzvolumen von rund zwei Milliarden Euro ergebe. Aber auch die Besteckindustrie, in den vergangenen Jahren von der Konjunktur nicht gerade verwöhnt, konnte in den ersten neun Monaten 2011 um 18 Prozent zulegen. "Ein Umsatzsprung, den die Besteckfirmen schon seit langer Zeit nicht mehr verzeichnen konnten", freut sich der IVSH-Geschäftsführer.

Im gleichen Umfang wie das Umsatzwachstum dürfte aber die Ertragslage der IVSH-Mitgliedsfirmen nicht gestiegen sein, schätzt Beckmann. Die dürfte sich zwar mehrheitlich verbessert haben, allerdings schlagen Personalkosten sowie Kosten für Material und Energie negativ zu Buche.

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Beckmann rechnet zwar damit, dass sich im laufenden Quartal die Zahlen etwas abschwächen werden, weil sich die Aufwärtsbewegung verlangsamt habe. "Anlass zu echtem Pessimismus ist deswegen aber nicht vorhanden", sagt der Verbandsgeschäftsführer. Auch mit Blick aufs neue Jahr ist er zuversichtlich, auch wenn "2012 mit einem verhaltenerem Wachstum aufwarten wird".

Auffallend gegenüber früher sei, dass sich die in diesem Jahr erzielten hohen Zuwächse der Branche im In- und im Ausland ergeben haben. "Das stärkste Plus, gerade bei Schneidwaren und HKT-Erzeugnissen, wurde vor allem auf dem deutschen Binnenmarkt generiert", berichtet Jens-Heinrich Beckmann unserer Zeitung.

Getragen worden sei dieses Wachstum von praktisch allen Absatzkanälen der Schneidwaren- und Besteckindustrie, "in nennenswertem Umfang, aber sicherlich auch durch Sonderaktionen wie etwa Umtauschprogramme und sogenannte Loyality-Aktionen mit Teilen des Handels", erklärt der IVSH-Geschäftsführer.

(RP/rl)