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Solingen: Schlecker-Mitarbeiter suchen Rat und Hilfe

Solingen : Schlecker-Mitarbeiter suchen Rat und Hilfe

Ein Kündigungsschreiben hat die 45-Jährige wie viele andere Schlecker-Mitarbeiterinnen noch nicht. Gleichwohl droht der Filialleiterin eines Marktes in Langenfeld der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Denn zwei der vier Filialen sind im Zuge der Insolvenz dort geschlossen worden.

Auch das Geschäft, in dem die 45-Jährige insgesamt 14 Jahre gearbeitet hat. "Ich werde wohl in die Transfergesellschaft gehen ", sagte sie gestern Morgen bei einer Informationsveranstaltung im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur an der Kamper Straße in Ohligs.

Den Kopf in den Sand stecken will die ausgebildete Chemielaborantin nicht. Sie zeigt sich kämpferisch: "Ich habe zwar gerne bei Schlecker gearbeitet, aber es geht immer weiter."

19 Schlecker-Beschäftigte waren am Donnerstagabend ins BIZ gekommen, gestern Morgen weitere fünf. "Wir haben insgesamt 50 Personen aus den Filialen in Solingen und Remscheid eingeladen", erklärte Ute Ackerschott. Die Chefin der Arbeitsagentur erwartet, das nächste Woche das Schlecker-Insolvenzverfahren eröffnet und eine Transfergesellschaft am 1. April an den Start geht. "Die Mitarbeiter sind natürlich nicht begeistert, aber sie zeigen eine gefestigte Stimmung und man merkt, dass sie zusammenhalten", ergänzte Ackerschott.

Jetzt gelte es, den Blick in die Zukunft zu richten. Dafür standen mehrere Mitarbeiter der Arbeitsagentur bereit, um die Beschäftigten zu informieren und sie individuell weiter zu unterstützen. Über Insolvenzgeld, Transferleistungen, Bewerbungstraining, aber auch über derzeit offene Stellen: "Arbeitgeber sind an motivierten und flexiblen Kräften interessiert, unabhängig von der Qualifikation", sagte Lutz-Peter Siegemund vom Arbeitgeberservice der Agentur.

Betroffen von Schließung sind in Solingen drei Schlecker-Märkte. Neben dem am Breidbacher Tor noch die auf der Friedrich-Ebert-Straße in Wald und an der Düsseldorfer Straße in Ohligs. Letzterer schloss gestern seine Pforten: "Wir haben nichts mehr zu verkaufen", sagte eine 52-jährige Teilzeitbeschäftigte, die seit elf Jahren bei Schlecker ist. Eine Kündigung hat sie noch nicht in Händen. Wie es beruflich weitergeht, weiß sie noch nicht: "Ich werde wohl zunächst in die Transfergesellschaft wechseln."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Chronologie der Schlecker-Pleite

(RP)