Solingen: Schinken und Schnaps zum Richtfest

Solingen: Schinken und Schnaps zum Richtfest

Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Gräfrath investiert rund drei Millionen Euro in die Erweiterung der Konfekt-/Drageeabteilung sowie neue Klassenräume. Nach den Sommerferien im August soll der Neubau fertiggestellt sein.

Schnaps gehört bei einem Richtfest obligatorisch dazu. Bei der Feier für den Erweiterungsbau an der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) gestern Nachmittag in Gräfrath hing unterhalb des Richtkranzes aber auch ein dicker Schinken gleich neben der Schnapsflasche: "Der Schinken ist ein Zeichen des Reichtums, während der Schnaps für die Geselligkeit steht", erklärte ZDS-Vorstandsvorsitzender Andreas Coppenrath den Besuchern des Richtfestes. Coppenrath stammt aus dem Emsland, und da sei bei Richtfesten stets auch ein Schinken dabei.

Rund drei Millionen Euro investiert die Süßwaren-Schule in den dreigeschossigen Erweiterungsbau mit einer Fläche von rund 1200 Quadratmetern. Begonnen wurde damit im Januar dieses Jahres. Ehrgeiziges Ziel ist es, nach den Schulferien im August bereits fertig zu sein mit den neuen Klassen- und Praktikaräumen sowie einem Technikerraum für die Lebensmitteltechniker im Keller. "Wir sind dann in der Lage, die Techniker-Ausbildung zweizügig zu fahren", erklärt Schulleiter Alfred Pflugmacher. Dafür gebe es großen Bedarf in der Süßwarenindustrie. Mehr als 70 Anmeldungen lagen dafür vor, "wir können aber trotz der Erweiterung nur 50 neue Schüler aufnehmen", sagte Pflugmacher.

Coppenrath lobte in seiner Rede auch die Stadt. "Schnell und unbürokratisch" seien alle erforderlichen Genehmigungen erteilt worden. Das freute Oberbürgermeister Norbert Feith. Er sieht in der ZDS, die von bundesweit 250 Mitgliedsfirmen getragen wird, einen bedeutenden Werbeträger für die Klingenstadt: "Sozusagen Süßes am scharfen Standort", meinte der Verwaltungschef. Er wusste auch zu berichten, warum vor 61 Jahren gerade Solingen als Standort für die ZDS ausgewählt worden war: "Das hatte mit Dr. Willy Hillers zu tun, der einst in Solingen Pfefferminzbonbons herstellte."

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Weiterer Plan für Erweiterung

Durchschnittlich 450 bis 500 Schüler unterrichtet die ZDS, darunter 100 Schüler der Fachrichtung Lebensmitteltechnik, die eine zweijährige Ausbildung in Gräfrath absolvieren. Die wollen auch untergebracht werden. "Unser neues Jugendheim ist schon wieder zu klein", sagte Andreas Coppenrath. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen — es werden auch Räume im Eugen-Maurer-Haus genutzt — sei geplant, das Jugendheim zu erweitern: "Bautechnisch ist das am Standort möglich", meinte der ZDS-Vorstandsvorsitzende.

(RP)
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