Solingen: SBV „verriegelt“ Erdgeschosswohnungen

Solingen : SBV „verriegelt“ Erdgeschosswohnungen

Pilzkopfzapfen sind an neuen Fenstern Standard. Sie verhindern das einfache Aufhebeln der Fenster und können so Einbrecher abschrecken. „Denn die wollen möglichst schnell in eine Wohnung oder ein Haus“, weiß Rolf Steinmann, „und ohne besonderen Schutz reichen da zehn bis 15 Sekunden“, ergänzt der Architekt und Abteilungsleiter Technik des Spar- und Bauvereins Solingen (SBV). Grund genug für die Genossenschaft, die Fenster in Althäusern, also dort, wo die Pilzkopfzapfen nicht in die Fenster bereits integriert sind, nachzurüsten. „Mit Flügelrahmenverriegelungen, um auch im Altbestand das schnelle Aushebeln der Fenster zu verhindern“, sagt Steinmann.

Der Einbau der Verriegelungen sei schnell erledigt: Zwei Löcher, zwei Schrauben – eine wird am Blendrahmen befestigt, die andere am Flügel. „Wenn der Riegel bei geschlossenem Fenster umgelegt ist, müsste ein Einbrecher fast schon das Fenster zerstören, um sich so Einlass in die Wohnung zu verschaffen“, erklärt Steinmann. Alle Fenster von Genossenschaftswohnungen im Erdgeschoss, zudem die Balkontüren rüstet der SBV nun flächendeckend mit dieser Schutzvorrichtung aus. „Dort, wo wir neue Fenster eingebaut haben mit Pilzkopfbeschlägen, braucht es natürlich keine zusätzliche Sicherung“, erklärt der Architekt. Immerhin 16 000 Verriegelungen würden nachträglich eingebaut, bis zum Ende dieses Jahres wird die Aktion abgeschlossen sein. Steinmann: „Wer das Sicherheitsbedürfnis hat, dem bauen wir die Verriegelungen auch in höheren Etagen ein.“

Fenster schließen, Hebel umlegen

Sechs Euro das Stück kostet eine solche Flügelrahmenverriegelung, die Mieter bräuchten allerdings nichts dafür zu bezahlen. „Das ist eine Service-Leistung der Genossenschaft“, betont Steinmann. Auch wenn viele Erdgeschosswohnungen mit Rollläden ausgestattet seien, einen wirksamen Einbrecherschutz würden die jedoch nicht bieten. Allerdings muss der Hebel beim Verlassen der Wohnung auch umgelegt werden. „Das Fenster darf zudem nicht auf Kipp stehen, es muss geschlossen sein, sonst funktioniert die Schutzvorrichtung nicht“, betont Rolf Steinmann. Er weiß: „Wo Einbrecher auf Widerstand treffen, da gehen sie weiter.“

(RP)
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