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Solingen: SBV investiert Millionen in Bestand und Neubauten

Solingen : SBV investiert Millionen in Bestand und Neubauten

Wer aufmerksam durch die Stadt fährt, der sieht Kräne - sei es am Wasserturm oder am Weyersberg.

"Wir tun alles, was in 120 Jahren aufgebaut wurde, bestandsfest für die Zukunft zu machen. Dazu gehören auch Neubauten", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende des Spar- und Bauvereins Solingen (SBV), Hans-Werner Bertl. Und er belegt das mit Zahlen: "In den vergangenen zehn Jahren hat der SBV mit über 219 Millionen Euro das größte Investitionsvolumen in der Stadt realisiert."

"Eigentum verpflichtet", sagt der SBV-Vorstandsvorsitzende Ulrich Bimberg und begründet damit die hohen Investitionen für Instandhaltung, Modernisierung und Neubau, die in der Regel jedes Jahr ein Volumen von rund 20 Millionen Euro erreichen. "Wir hatten ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 und sind in der Lage, auch in Zukunft weiter in Bestand und Neubauten zu investieren", so Bimberg. Den erwirtschafteten Jahresüberschuss gab er mit rund 7,6 Millionen Euro (Vorjahr 5,5 Millionen Euro) an. Allerdings schränkte er ein, dass wegen einer aufgelösten Rückstellung für Kanalsanierungen ein hoher Sondereffekt in Höhe von knapp zwei Millionen Euro zu verzeichnen war, so dass der Jahresüberschuss in etwa gleicher Höhe wie schon im guten Geschäftsjahr 2015 unter dem Strich herauskam.

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Als Bilanzgewinn wurd ein Betrag von rund 890.000 Euro ausgewiesen - die 13.619 (Vorjahr 13.535) Mitglieder dürfen sich über die höchstmögliche Dividende von vier Prozent freuen. Die Bilanzsumme stieg auf 289,2 Millionen Euro, die Eigenkapitalbasis wuchs um rund sieben Millionen Euro auf 100,3 Millionen Euro an. "Wir stellen etwa zehn Prozent der Wohnungen in Solingen und rund zehn Prozent der Solinger sind Mitglied im SBV", sagt Bimberg und ergänzt: "Wir sind ein starkes Stück Solingen." Zumal die 1897 gegründete Genossenschaft bei der Auftragsvergabe stets ein Augenmerk darauf hat, dass örtliche Handwerksfirmen zum Zuge kommen. Bei immerhin knapp 7000 Wohnungen und der Bereitschaft, auch in Zukunft weiter zu investieren, ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Betriebe. "Einige Handwerksfirmen arbeiten schon in der dritten Generation für uns", sagt Bimberg.

Weiter zurückgegangen ist der Leerstand. 399 Wohnungen (Vorjahr 340) waren zum Bilanzstichtag nicht vermietet. Ein Viertel davon stand wegen laufender Modernisierung leer, ein weiteres Viertel planungs- und entwicklungsbedingt. Neu gebaut wird von der Genossenschaft am Wasserturm. Hier entstehen bis Mitte nächsten Jahres 41 barrierefreie Seniorenwohnungen, eine Tagespflegeeinrichtung und ein Bewohnertreff für rund 5,8 Millionen Euro. Da die Wohnungen öffentlich gefördert werden, beträgt die Anfangskaltmiete lediglich 5,05 Euro je Quadratmeter. "In der Siedlung Wasserturm haben wir etwa die Hälfte der Wohnungen saniert, in den nächsten drei bis vier Jahren folgen weitere Sanierungsarbeiten", sagt Bimberg. Ist alles fertiggestellt, hat der SBV inklusive des Neubaus am Wasserturm 34 Millionen Euro investiert.

Der Vorstand um Ulrich Bimberg, Manfred Krause und Erwin Kohnke sowie Aufsichtsrat Hans-Werner Bertl gehen davon aus, dass nach dem Weegerhof und Wasserturm weitere Seniorenwohnungen auch in den Großsiedlungen Böckerhof und eventuell am Weyersberg gebaut werden. Konkrete Entscheidungen gibt es noch nicht. Zunächst steht die SBV-Vertreterversammlung am 10. Juni, 10 Uhr, im Saal der Stadtkirche Fronhof auf dem Programm.

(RP)