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Solingen: Samariter-Wache ist nach Ostern fertig

Solingen : Samariter-Wache ist nach Ostern fertig

1,8 Millionen Euro hat der Arbeiter-Samariter-Bund in seine Rettungswache an der Löhdorfer Straße gesteckt. Nach mehreren Monaten Umbauzeit steht das Projekt vor der Vollendung. Die Stadt ist mit der Kooperation zufrieden.

Noch geben sich die Handwerker die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Und hinter der Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an der Löhdorfer Straße stehen nach wie vor die Container, die den 22 Mitarbeitern schon seit über einem Jahr als Sozialräume dienen. Doch die Tage des Provisoriums sind gezählt. Denn inzwischen neigen sich die Arbeiten an dem neuen Domizil der Samariter in der Klingenstadt endgültig ihrem Abschluss entgegen.

Das hat jetzt die zuständige Geschäftsführerin des ASB im Bergischen Land, Anne Paweldyk, auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. "Eine Woche nach Ostern ist es soweit", sagte Paweldyk, die zugleich betonte, Teile der großen Halle würden bereits von den Rettungskräften des Arbeiter-Samariter-Bundes genutzt werden. "Die Schlafräume sind fertiggestellt", hieß es aus der ASB-Zentrale in Bergisch Gladbach, zu der unter anderem Solingen gehört.

Insgesamt hat die Organisation rund 1,8 Millionen Euro in ihre Bleibe an der Löhdorfer Straße gesteckt, die der ASB am 1. Februar 2017 bezogen hatte. Damals hatte die Zeit gedrängt, weil der Arbeiter-Samariter-Bund, der im August 2016 Teile des Solinger Rettungsdienstes von den Maltesern übernommen hatte, vertraglich verpflichtet gewesen war, innerhalb von sechs Monaten eine eigene Rettungswache vorzuweisen.

Dies gelang seinerzeit mit dem Einzug an der Löhdorfer Straße. Gleichwohl wurde zunächst Kritik laut, weil der ASB bis auf Weiteres nur eine Behelfs-Wache präsentieren konnte. So blieb der Vorbesitzer der gekauften Gewerbehalle noch bis zum Sommer 2017 in der Immobilie, was wiederum zur Folge hatte, dass sich die angekündigten Renovierungsarbeiten eine Weile hinauszögerten.

Aber das ist Vergangenheit. In der zweiten Jahreshälfte 2017 begannen schließlich die Instandsetzungen an der Wache, wobei der ASB in einem ersten Schritt sowie nach Einholen eines Bodengutachtens Altlasten zu beseitigen hatte, wofür die Verantwortlichen auf Fachfirmen zurückgreifen mussten. Allein die Sanierung des Hallenbodens nahm einige Zeit in Anspruch. "Wir mussten den alten Boden bis zu einer Tiefe von fünf Zentimetern abtragen, um Ölrückstände zu beseitigen", schilderte ASB-Geschäftsführerin Paweldyk nun einmal mehr die Widrigkeiten, mit denen ihre Hilfsorganisation vor allem am Anfang zu kämpfen hatte.

Indes war es damit noch lange nicht getan. Denn der Zuschnitt der einzelnen Räumlichkeiten genügte ebenfalls nicht den Anforderungen, die der Arbeiter-Samariter-Bund an die neue Wache stellte. Dementsprechend blieben zusätzliche Umbauten im Inneren des Gebäudes notwendig, ehe der ASB zufrieden war.

Ungefähr 250 Quadratmeter im hinteren Bereich der alten Firmenhalle sollen in Zukunft an einen externen Nutzer vermietet werden. Der Rest der Fläche wird vom ASB selbst benötigt, etwa für das Abstellen der Fahrzeuge.

Ziel das Arbeiter-Samariter-Bundes ist es, sich langfristig in der Klingenstadt zu etablieren. Der augenblickliche Vertrag mit der Stadt Solingen über den Rettungsdienst läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren. Danach muss dieser Teil des Rettungsdienstes neu ausgeschrieben und vergeben werden. Erst in der vergangenen Woche hatten die im Jahr 2016 unterlegenen Malteser, die bis dahin rund zwei Jahrzehnte im Solinger Rettungsdienst aktiv gewesen waren, angekündigt, sich Anfang der 20er Jahre ihrerseits wieder um den Zuschlag bewerben zu wollen.

In der Verwaltung wird derweil nach knapp 20 Monaten der Kooperation mit den Samaritern eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Wir sind hochzufrieden mit den Leistungen des Arbeiter-Arbeiter-Samariter-Bundes", sagte jetzt Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller. Beispielsweise sei die Wache an der Löhdorfer Straße von Beginn an voll einsatzfähig gewesen und habe überdies den "Anforderungen der Ausschreibung" entsprochen, unterstrich Müller in diesem Zusammenhang. "Dass die Mitarbeiter eine Zeit lang mit gewissen provisorischen Lösungen leben mussten, war bei diesem Projekt nicht zu verhindern", betonte Solingens oberster Feuerwehrmann, der sich zufrieden darüber zeigte, dass die Umbaumaßnahmen mittlerweile weit fortgeschritten sind.

(RP)