Solingen: Salafisten: Filiz Gelowicz lebt in Solingen

Solingen : Salafisten: Filiz Gelowicz lebt in Solingen

Zunächst sagt Mutlu Günal, er habe noch nichts davon gehört, dass seine Mandantin Filiz Gelowicz eine Wohnung in Solingen bezogen hat, später mildert er ab: "Kein Kommentar." Der Bonner Strafverteidiger bestätigte aber auch, dass die Ehefrau des "Sauerland"-Terroristen Fritz Gelowicz nach ihrer Haftentlassung – die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt – jeden Wohnortwechsel dem Gericht mitteilen muss. Und auch er wisse, wo sie heute wohnt.

Zunächst sagt Mutlu Günal, er habe noch nichts davon gehört, dass seine Mandantin Filiz Gelowicz eine Wohnung in Solingen bezogen hat, später mildert er ab: "Kein Kommentar." Der Bonner Strafverteidiger bestätigte aber auch, dass die Ehefrau des "Sauerland"-Terroristen Fritz Gelowicz nach ihrer Haftentlassung — die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt — jeden Wohnortwechsel dem Gericht mitteilen muss. Und auch er wisse, wo sie heute wohnt.

Bestätigt, dass die 30-Jährige in Solingen wohnt, hat gestern hingegen Stadtsprecher Lutz Peters. Die Adresse dürfe er jedoch nicht sagen, man könne sie aber über das Bürgerbüro auf Antrag erfahren, wenn Filiz Gelowicz der Weitergabe ihrer Daten nicht ausdrücklich widersprochen habe. Der Ehemann von Filiz Gelowicz sitzt im Gefängnis, weil er die Terrororganisationen Al Kaida, Islamische Dschihad-Union und Deutsche Taliban Mudschahedin unterstützt hat.

Auch Filiz Gelowicz war im März 2011 vom Ersten Berliner Strafsenat wegen Unterstützung einer terroristischen Gruppe zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und kam im Frühjahr 2012 wegen guter Führung frei. Die Reststrafe wird erlassen, wenn sie sich künftig nichts zuschulden kommen lässt. Dem Urteil zufolge hatte sie zu Spenden aufgerufen, Geld gesammelt und mit Propagandatexten im Internet Mitglieder geworben. Während des Prozesses hatte sie sich von ihren Taten distanziert und damit nicht nur ihren Anwalt Mutlu Günal, sondern auch Bundesanwalt Volker Brinkmann überzeugt. Günal hatte nach der Haftentlassung seiner Mandantin gegenüber dem SWR erklärt: "Frau Gelowicz möchte nun ein ganz normales Leben führen, sich Arbeit suchen und sich um ihren Ehemann kümmern."

Verfassungsschutz warnt

In einer in der ARD am Montagabend ausgestrahlten Sendung mit dem Titel "Im Netz der Salafisten" kam die Szene in Solingen nur am Rande vor. Gezeigt wurden die Durchsuchung der am 14. Juni geschlossenen Millatu-Ibrahim-Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße und ein Infovortrag, zu dem die Stadt Solingen einlud. Dabei hatte Claudia Dantschke, Islamismus-Expertin vom Zentrum für demokratische Kultur in Berlin vor den Gefahren des Salafismus gewarnt. Auch im gestern vorgestellten Bericht des Verfassungsschutzes wird der Salafismus in Deutschland als "größte Gefahr für die Sicherheit" bezeichnet. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass in Deutschland rund 3800 gewaltbereite Salafisten leben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Razzia gegen Solinger Salafisten im Juni 2012

(RP)