Sicherheitsbehörden gehen Terrorverdacht nach: Salafist aus Solingen kam in Syrien ums Leben

Sicherheitsbehörden gehen Terrorverdacht nach : Salafist aus Solingen kam in Syrien ums Leben

Der zum Islam konvertierte Solinger Robert B. ist laut Medienberichten in Syrien ums Leben gekommen. Diesem Verdacht gingen deutsche Sicherheitsbehörden nach.

Auslöser für den Verdacht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" seien Twitter-Meldungen, wonach Robert B. in Syrien bei einem Selbstmordanschlag 50 weitere Menschen mit in den Tod gerissen haben soll. Die Behörden sähen diese Meldungen skeptisch, hielten es aber für sehr wahrscheinlich, dass der Mann tatsächlich ums Leben gekommen ist.

Der Solinger war vor einigen Jahren zum Islam konvertiert und gehörte dem inzwischen verbotenen Moscheeverein Millatu Ibrahim an. Im Jahr 2011 wurde er am Londoner Flughafen mit einem weiteren Solinger wegen Terrorverdachts verhaftet. Im Februar 2012 wurden die beiden Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Die kleine Moschee-Gemeinde der Salafisten an der Konrad-Adenauer-Straße rückte immer wieder ins Interesse der Öffentlichkeit. In dem Gebäude hatten die beiden zeitweise sogar gewohnt; Robert B. war ist dort vielfach gesichtet worden. Im Juni 2012 dann kam es zu einer Großrazzia durch die Polizei, die letztlich zur Schließung der Moschee führte.

Die Mutter soll ihren Sohn immer wieder beschworen haben, dass er sich aus den Kreisen aggressiver und radikaler Islamisten lösen möge. Ihre Bitten verhallten offenbar ungehört, obwohl sie sogar den öffentlichen Weg über mehrere Fernsehsender, bei denen sie auftrat, nicht scheute.

In vom Bürgerkrieg zerrütteten Syrien vermuten die Behörden derzeit insgesamt 270 Islamisten aus Deutschland, die sich dort dem Kampf gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad verschrieben haben. Von ihnen sollen inzwischen 15 bis 20 gestorben sein — bislang aber keiner als Selbstmordattentäter.

(RP)
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