Solingen: Rückzieher bei Pina-Bausch-Platz

Solingen: Rückzieher bei Pina-Bausch-Platz

Überraschende Wende im Namensstreit um den Hindenburgplatz: Das Linksbündnis aus SPD, Grünen und den Linken in der Walder Bezirksvertretung (BV) zieht den Pina-Bausch-Platz zurück. Bezirksvorsteherin Birgit Zeier (SPD) wird dies nach Informationen unserer Zeitung in der BV-Sitzung am kommenden Montag in einer Erklärung verkünden. Zugleich soll der Hindenburgplatz seine historische Bezeichnung "Walder Marktplatz" zurück bekommen.

Ob in Wald ein Platz, eine Straße oder eventuell sogar der Stadtpark nach der weltberühmten Choreographin benannt wird, will die Bezirksvertretung jetzt offenbar nicht mehr vorgeben. In ganz Solingen soll nun wohl nach einem geeigneten Ort gesucht werden, um die im vergangenen Sommer verstorbene Tänzerin zu ehren. Damit dürfe auch die Idee der Lebenshilfe wieder im Rennen sein, den Platz im Brückenpark vor dem Haus Müngsten nach Pina Bausch nennen zu können.

"Ich werde vor Beginn der Tagesordnung eine Erklärung in der Sitzung abgeben", sagte Bezirksvorsteherin Birgit Zeier gestern auf Anfrage. Zum Inhalt wollte sie allerdings keine Stellung beziehen.

Jedenfalls hat die Bürgerinitiative Hindenburgplatz bereits reagiert. Für Sprecher Lars Schulz wäre der Namens-Kompromiss "Walder Marktplatz" eine Option. Entscheidend dafür sei aber der Bürgerwille, berichtete er unserer Zeitung. Wenn die Walder mit dieser Umbenennung einverstanden sein sollten, dann wäre das in Ordnung. Bereits beim heutigen Markttag will die Bürgerinitiative von 9.30 bis 11.30 Uhr das Meinungsbild der Marktbesucher dazu erfragen.

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"Nach der Erklärung von Bezirksvorsteherin Birgit Zeier am Montag wird es keine Notwendigkeit für ein Bürgerbegehren mehr geben", zeigte der Grüne Frank Knoche bei einer Pressekonferenz die Denkrichtung auf. Auch bei ihm stehen die Signale auf Kompromiss. Pikant: Dieses Gespräch fand statt im Gräfrather Lichtturm; und zwar gemeinsam mit dem CDU-Chef Peter Schmiegelow und Lichtdesigner Johannes Dinnebier. Alle drei sind Gründer der neuen Pina-Bausch-Gesellschaft.

Ihre Botschaft: "Ein ehemaliger Kommunist und jetziger Grüner sowie ein CDU-Vorsitzender gemeinsam mit einem Erfolgsunternehmer sprechen eine gemeinsame Sprache — als Lanze für die Kultur, und für unsere Stadt: der Heimatstadt von Pina Bausch." Die Gesellschaft will unter anderem Solinger Weggefährten der Tänzerin aus der Kindheit befragen, um Spuren der Künstlerin in Solingen und in ihrem Werk zusammenzutragen. Angedacht ist, dazu eine Diplom- oder Doktorarbeit anzustoßen.

(RP)
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