Solingen: Rollbahn im Härtetest

Solingen : Rollbahn im Härtetest

In dieser Woche wird auf der Korkenziehertrasse zwischen Südpark und Gleisdreieck der Splitt-Belag aufgetragen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Die Steinchen aus dem Duisburger Hafen bilden ein gutes Geläuf.

Fabian und Theo haben ihre Roller kurz mal zur Seite gelegt. Jetzt dreschen die beiden Jungen gegen einen eigens mitgebrachten Lederfußball — und geben Georg Pfister so für einen Augenblick Gelegenheit, über die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu sinnieren. Wohlgemerkt über die wirklich wichtigen Dinge im Leben eines Pfälzers. Denn Pfister ist nicht allein Juniorchef jener Firma, die seit gestern ein weiteres Stück Korkenziehertrasse zwischen Südpark sowie Gleisdreieck mit einem ganz speziellen Moränensplitt überzieht.

Nein, der Mann am Steuer der kleinen grünen Planiermaschine ist samt vier Kollegen aus einem kleinen Ort in der Nähe von Kaiserslautern nach Solingen gekommen — und Pfister gehört überdies zu jenem skeptischen Menschenschlag, der angeblich für die rauen Höhen des Pfälzer Waldes typisch zeichnet. "Mit dem Aufstieg des FCK wird's auch in dieser Saison nichts", seufzt Pfister, während der zehnjährige Fabian gerade die Lederkugel in der Böschung zu den Bahngleisen gleich neben der Trasse versenkt hat.

Sei's drum. Während Juniorchef Pfister bei der Beurteilung der Chancen für den 1. FC Kaiserslautern eher Vorsicht walten lässt, ist er, was die Befähigung seiner eigenen Leute angeht, doch guter Dinge. "Wir haben ja eine gewisse Routine", erklärt der Mann, der nun schon drei Jahre an der Korkenziehertrasse seinen Dienst im Auftrag der Stadt verrichtet.

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Pfister und Kollegen haben sich ganz auf die Verlegung so genannten Edelsplitts spezialisiert. Das heißt, einfach nur einen Weg anschütten — damit ist es natürlich nicht getan. "Zunächst einmal muss ein Unterbelag angelegt werden", erzählt Pfisters Arbeitskollege Danny Schult. Ist dies passiert und spielt das Wetter mit, kann in einem zweiten Schritt mit dem Auftrag des Moränensplitts begonnen werden.

Der kommt im Fall der Korkenziehertrasse jedenfalls direkt aus den Tiefen des Duisburger Hafens, wo das eiszeitliche Granulat gebaggert wurde. "Wichtig ist, dass der Splitt gründlich mit einem Kunstharz verklebt wird", stellt Georg Pfister klar. Denn erst die richtige Durchmischung schafft jene Stabilität und Beschaffenheit, die auch Fabian und Theo zu schätzen wissen. Die beiden Schüler haben zwischenzeitlich ihren Fußball wieder von der Bahnböschung gefischt und ziehen es jetzt doch vor, die bisherige Arbeit von Pfister und seinen Mitarbeitern dem ultimativen Praxistest zu unterziehen.

"Die Räder laufen wirklich gut auf diesem Boden", lobt Fabian, während er seinen Roller über die Trasse lenkt. Keine kleineren Unebenheiten? Der Schüler schüttelt den Kopf: "Alles prima!" Und auch Georg Pfister macht jetzt einen recht zufriedenen Eindruck. Bis auf kleinere Schäden haben die schon fertiggestellten Teile der Korkenziehertrasse gehalten, was man sich von ihnen versprochen hat. Härtetest bestanden!

(RP)
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