Solingen: Rockerrazzia: Polizei beschlagnahmt Computer

Solingen : Rockerrazzia: Polizei beschlagnahmt Computer

Die Razzia begann pünktlich um 20.10 Uhr. Die nordrhein-westfälische Polizei hat Dienstagabend zum wiederholten Mal zu einem Schlag gegen die Rockerszene im Land ausgeholt. An sechs Orten, darunter auch in Solingen, durchsuchten die Beamten Clubräume der beiden Rockergangs "Hells Angels" und "Bandidos" – und fanden einmal mehr Belege dafür, wie gefährlich die Szene ist. In einigen Objekten wurden Hieb- und Stichwaffen sichergestellt.

Mit der Razzia, die in insgesamt 15 Objekten stattfand, setzte die Polizei die Gruppen "Hells Angels" und "Bandidos" zum wiederholten Mal unter Druck, seitdem am Abend des 21. Januar in Mönchengladbach bei einer Massenschlägerei zwischen Mitgliedern der verfeindeten Gangs drei Männer lebensgefährlich verletzt worden waren. Damals waren Rocker aus ganz NRW in die Stadt gekommen – für Insider ein Beleg dafür, dass sich die Rocker nach einem Scheinfrieden vor einiger Zeit auf eine erneute große Auseinandersetzung einstellen.

Tatsächlich sind die einzelnen Clubs der beiden Gruppen sowie die dazugehörigen Unterstützer-Gangs eng vernetzt. So löste sich das alte Solinger "Hells Angels"-Chapter "Midland" zwar inzwischen auf. Bei dem Solinger, dessen Wohnung am Dienstag ebenfalls durchsucht wurde, soll es sich aber um ein ehemaliges Mitglied von "Midland" handeln, das nun an führender Stelle bei den Krefelder "Hells Angels" aktiv ist. In der Wohnung des Mannes wurden unter anderem Laptops, Handys sowie USB-Sticks konfisziert. Die Auswertung dauere noch an, sagte gestern ein Polizeisprecher.

Nicht erhärten ließ sich hingegen der Verdacht gegen einen anderen Solinger. Dieser Mann war nach einer Razzia im März in Düsseldorf festgenommen worden, weil er in der dortigen Zentrale eines mit den "Hells Angels" befreundeten Clubs eine Haschisch-Plantage betrieben haben sollte. Einen Tag später musste der Solinger aber wieder freigelassen werden, da die Beweise nicht ausreichten. "Es sitzen weiterhin vier Asiaten in Untersuchungshaft", sagte gestern ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf unserer Zeitung.

Zunächst war vermutet worden, der Solinger sei Chef der Asiaten gewesen und habe die Gruppe erst dazu veranlasst, die Haschisch-Plantage zu betreiben.

(RP)
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