Solingen: Rhythmus geht in Bauch und Füße

Solingen: Rhythmus geht in Bauch und Füße

Die Percussion-Bigband "Sambadeira" unter der Leitung von Ralf Kunkel gibt es seit 1997. Derzeit fiebern die 25 Mitglieder des Ensembles auf den fünften Konzertreigen Ende April in der Cobra hin.

Die blauen und grünen Lagen Stoff an dem Ring an der Hand von Franziska Sohni fliegen bei jedem Schlag auf das Fell der Timba vor ihr. Der Rhythmus der brasilianischen Metalltrommel verschmilzt mit dem der anderen Percussionisten um sie herum, temporeich und energiegeladen hallen die Samba-Rhythmen bei der Probe der Percussion-Bigband "Sambadeira" durch die Fabrikhalle an der Solinger Stadtgrenze. Den Ring, erzählt Sohni später, hat sie aus verschiedenen Stoffen selbst gemacht, "denn normalen Schmuck kann man beim Trommeln nicht tragen."

Besondere Gags überlegt

Dabei seien die farbenfrohen Kostüme ein wichtiger Bestandteil der Auftritte von "Sambadeira". Momentan bereitet sich das 25-köpfige Ensemble auf das fünfte Konzert in der Cobra am 23. und 24. April vor und dabei stehen, neben den regelmäßigen musikalischen Proben, auch "gemeinsame Bastelsessions" auf dem Programm. "Fast alle basteln sich eigenen Schmuck oder andere Accessoires", erzählt Sohni, die seit 1997 und damit seit der Gründung der Gruppe dabei ist.

Vor jedem Konzert müsse viel organisiert, die verschiedenen Musiker und Instrumente koordiniert, die Logistik abgestimmt werden. "Vor allem haben wir uns, wie in den vergangenen Jahren auch, auch für dieses Konzert ein paar besondere Gags überlegt." Zuviel will rund drei Wochen vor dem großen Auftritt niemand verraten, dennoch: "Unsere Konzerte gehen über den normalen Rahmen hinaus, wir spielen gute zwei Stunden", verrät Sambadeira-Gründer und Leiter Ralf Kunkel. Dazu gehörten auch die besondere, eigenhändig angefertigte Gestaltung der Bühne oder außergewöhnliche musikalische und nicht-musikalische Gäste. "Sambadeira hat immer einen gewissen Anspruch; wir trommeln nicht nur so ein bisschen vor uns hin", macht Kunkel deutlich. "Die Gruppe", betont auch Henning Wolff, ebenfalls seit der ersten Stunde dabei, "ist eine tolle Gemeinschaft. Das merkt man auch, wenn wir auf der Bühne stehen: Da kommt einfach gute Stimmung rüber." Jeder von ihnen, erzählt er, spiele nahezu alle Trommeln, "wir wechseln immer wieder." Ihn persönlich, erzählt der Solinger, reizten vor allem die Bewegung, die verschiedenen südamerikanischen und afrikanischen Rhythmen und die körperliche Betätigung. "Zugleich verlangt ein Auftritt wie in der Cobra aber auch enorme Konzentration, schließlich spielen wir 17 Stücke, teils mit fließenden Übergängen, ohne Noten und aus dem Gedächtnis", erklärt er. "Und trotz Ablaufplan soll das ja auch noch einigermaßen locker aussehen."

Auch Gerlinde Neuhaus muss nicht lange überlegen, was sie seit mittlerweile 13 Jahren an "Sambadeira" begeistert. "Die Samba-Rhythmen haben mich von Anfang an fasziniert", erzählt sie. Eine ihrer Lieblingstrommeln sei die Surdo, eine große Basstrommel aus Brasilien. "Ihr Bassklang geht richtig tief in den Bauch. Man spürt den Rhythmus der Musik im Inneren."

(RP)