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Solingen: Rettungsaktion für Lutherkirche läuft

Solingen : Rettungsaktion für Lutherkirche läuft

Die Hiobsbotschaft einer Schließung der Lutherkirche in rund eineinhalb Jahren wegen des nicht mehr zu bezahlenden Unterhaltungsaufwandes hat die Gemeinde nicht in Untätigkeit erstarren lassen; im Gegenteil: In den drei Wochen ist eine Rettungsaktion angelaufen.

"Es ist schon viel in Bewegung gekommen. Wir werden für den Erhalt der Kirche kämpfen", betont Hansjörg Schweikhart Montag gegenüber unserer Redaktion. Der Vorsitzende des Lutherkirchen-Bauvereins ist optimistisch, die 70 000 Euro jährlich für die Erhaltung des denkmalgeschützten Gotteshauses an der Kölner Straße zusammenbringen zu können.

Rund 7000 Euro Spenden und 30 neue Bauvereins-Mitglieder, deren Kreis nun auf 85 Mitstreiter angestiegen ist — dies ist das erste Ergebnis einer Mail-Aktion. "Es haben sich viele gefunden, die mitmachen wollen", beschreibt Schweikhart. Vorsitzender Schweikhart kündigt an, die zahlreich geäußerten Ideen zu bündeln und entsprechend aktiv zu werden.

"Haltet das Feuer am Brennen" —derart kämpferisch schüren die Künstler im Südpark am Freitag zwischen 19.30 und 21.30 Uhr an den Güterhallen ein Martinsfeuer für den Erhalt der 110 Jahre alten Kirche. Sonntag, 13. November, 17 Uhr, wird zum ersten Benefizkonzert nach dem Stilllegungsbeschluss eingeladen. Symphonisches Blasorchester der Solinger Musikschule sowie der Chor der Polnisch-Katholischen Mission Wuppertal musizieren.

Auch Pfarrer Christian Menge hat die Hoffnung nicht aufgegeben. "Es zeichnet sich eine Perspektive ab, die Lutherkirche doch noch erhalten zu können." Um zu verhindern, dass die Kirche am 26. Mai 2013 ihren letzten Gottesdienst erlebt, muss nach seinen Worten eine dauerhafte Finanzierung gefunden werden, um den Erhaltungsaufwand des technisch komplizierten und damit kostenintensiven Bauwerks zu stemmen.

Problem seien diese kalkulierten 70 000 Euro im Jahr. Um diese Summe aufzubringen, müsste sich nach Menges Überzeugung ein Kreis engagierter Menschen finden, "der Leitungsverantwortung für eine Rettungsaktion übernimmt".

Der Bevollmächtigten-Ausschuss, der derzeit die Aufgaben des nicht vorhandenen Presbyteriums der Gemeinde übernimmt, begründet seinen Schließungsbeschluss der Kirche mit einem drohenden Kollaps der Gemeinde — angesichts der Unterhaltungskosten und eines Sanierungsbedarfs von rund zwei Millionen Euro.

(RP)