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Solingen: Rettung für Galileum in letzter Sekunde

Solingen : Rettung für Galileum in letzter Sekunde

Weil im Mai Fördermittel wegfielen, drohte der Plan für das neue Planetarium zu platzen. Nun haben sich Stadt und Land aber auf ein anderes Modell für das 6,1-Millionen-Objekt in Ohligs geeinigt. Der Bau soll im Jahr 2015 beginnen.

Für Dr. Frank Lungenstraß, Schatzmeister der Sternwarte Solingen, waren die zurückliegenden Wochen vor allem eines — aufreibend. Denn nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als könne das neue Galileum aus Mitteln des Landesprogramms "Initiative ergreifen" finanziert werden, stand das ehrgeizige Projekt, das im alten Gasometer in Ohligs entstehen soll, zuletzt auf der Kippe. Wie jetzt bekannt wurde, drohte dem Galileum aus Geldmangel das Aus. Erst in sprichwörtlich letzter Sekunde verständigten sich Stadt und Land auf ein neues Förderungsmodell.

"Uns sind gleich mehrere Steine vom Herzen gefallen", sagte Sternwarten-Schatzmeister Lungenstraß am Freitag. Er geht nun davon aus, dass der Ohligser Kugelgasbehälter in der Nähe des Hauptbahnhofs — wie ursprünglich geplant — im Jahr 2015 zu einem Planetarium mit modernster Technik umgebaut werden kann.

Danach sah es im Frühsommer nicht mehr aus. Im Mai strich der Beirat des Landesförderprogramms "Initiative ergreifen" das Solinger Galileum vollkommen überraschend von der Liste. Der Grund: Aus Geldmangel sollen aus dem Topf des Programms zukünftig nur noch Projekte wie etwa Stadtteilzentren und andere kulturelle Einrichtungen finanziert werden, für die ein übergreifender sozialer Bedarf besteht.

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Eine Bedingung, die das neue Galileum in Ohligs nicht erfüllt, wodurch bei dem 6,1-Millionen-Projekt praktisch über Nacht eine Finanzierungslücke von rund vier Millionen Euro klaffte. Das ist die Summe, die das Land zum Bau des Planetariums beisteuern muss — und ohne die auch die übrigen zwei Millionen Euro von privaten Sponsoren nicht mehr aufzubringen gewesen wären.

Nachdem die Hiobsbotschaft bekannt wurde, vereinbarten die Stadt, das Land und die Walter-Horn-Gesellschaft als Trägerin der Sternwarte zunächst Stillschweigen. Doch während die Sternwarte auch schon über Alternativpläne, etwa einen Standort an der Sternstraße, nachdachte, setzte gleichzeitig hinter den Kulissen eine Art Krisendiplomatie ein.

Ein Treffen von Stadtdirektor Hartmut Hoferichter mit hochrangigen Vertretern des NRW-Städtebauministeriums am 11. Juli brachte schließlich den Durchbruch. An diesem Tag signalisierte die Landesregierung, am Solinger Planetarium festhalten zu wollen — und präsentierte ein alternatives Förderungsmodell.

Demnach soll der Landesanteil von vier Millionen Euro jetzt aus Mitteln des allgemeinen Städtebaus gestemmt werden. "Wir erwarten in Kürze eine 99-prozentige Förderzusage, die zwar nicht rechtsverbindlich ist, mit der wir aber planen können", so Sternwarten-Schatzmeister Lungenstraß.

Auch Stadtdirektor Hoferichter zeigte sich gestern optimistisch. Der Solinger Planungsdezernent sprach von einer "guten Botschaft", betonte jedoch gleichzeitig, nun gelte es, keine Zeit zu verlieren. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", sagte der Stadtdirektor. Dazu gehöre vor allem, dass die Walter-Horn-Gesellschaft den notwendigen Eigenanteil in Höhe von rund zwei Millionen Euro aufbringe.

In der Sternwarte sind die Verantwortlichen zuversichtlich, das Geld beschaffen zu können. Augenblicklich laufen Gespräche mit potenziellen Sponsoren, die Dr. Frank Lungenstraß gestern als "konkret" bezeichnete.

Sobald Zusagen vorliegen, soll ein entsprechender Förderantrag an das Städtebauministerium gerichtet werden. Der Antrag muss spätestens 2014 vorliegen. Wird er bewilligt, könnte der Bau beginnen.

(RP)