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Solingen: Rettung der Lutherkirche auf gutem Weg

Solingen : Rettung der Lutherkirche auf gutem Weg

Auch in diesem Jahr brachte der Lutherkirchen-Bauverein genug Spenden für den Erhalt des Gotteshauses an der Kölner Straße auf. Für das Problem des ins Gemäuer eindringenden Wassers gibt es eine Lösung.

Einem entspannten und besinnlichen Weihnachtsfest steht für die Freunde der Lutherkirche nichts mehr im Wege. Hansjörg Schweikhart vom Lutherkirchen-Bauverein und Baukirchmeister Ralph Ebner verbreiteten gestern in einer Infoveranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst die frohe Kunde, dass auch in diesem Jahr genug Geld vorhanden ist, um die Bauunterhaltung der zeitweilig von der Schließung bedrohten evangelischen Kirche aufrechtzuerhalten. Dafür muss der Verein pro Jahr 75 000 Euro an Spenden zusammenbringen.

Schweikhart dankte den vielen Spendern, deren Beiträge von fünf Euro monatlich bis zu 10 000 Euro im Jahr reichten. "Uns unterstützen insgesamt etwa 350 Bürger", erklärte der Vorsitzende des Vereins. Neben den Dauerspendern setzten auch die vielen Besucher der verschiedenen Benefiz-Veranstaltungen ein Zeichen für die über 110 Jahre alte Kirche an der Kölner Straße.

Nachdem am vergangenen Freitag Saxophonist Wolf Codera einmal mehr für restlos belegte Plätze sorgte, haben die Wupperhofer in diesem Jahr ihr traditionelles Weihnachtskonzert in die Lutherkirche gelegt und unterstützen damit ebenfalls den Bauverein. Am Sonntag, 22. Dezember, ab 17 Uhr, erwarten die Zuhörer vorweihnachtliche Klänge unter anderem von Mozart, Bach und Händel.

"Unsere Kirche genießt ein großes Ansehen in der Bevölkerung und auch beim Landeskirchenamt", freute sich Hansjörg Schweikhart. Vor zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als sollte erstmalig ein Gotteshaus wegen fehlender Finanzmittel schließen müssen. Die Zahl der Gemeindemitglieder hatte sich in den vorangegangenen vier Jahrzehnten halbiert. Nach dem Beschluss des Bevollmächtigten-Ausschusses der Gemeinde hätte der letzte Gottesdienst in der größten Solinger Kirche bereits im Mai 2013 stattfinden sollen. Bürgerschaftliches Engagement verhinderte jedoch die Schließung.

Stolz verwies Hansjörg Schweikhart auf die Einigkeit im Ziel, das altehrwürdige Bauwerk zu erhalten: "Das Presbyterium und wir als Bauverein ziehen an einem Strang. Das macht uns stark."

Zusammenhalt und Unterstützung werden allerdings auch in Zukunft vonnöten sein. Denn im kommenden Jahr soll die Kirche endlich "dicht" gemacht werden: Schließlich dringt über die Fugen immer wieder Wasser in das Gebäude ein. "Das war schon 1912 der Fall", sagte Ralph Ebner, der die Ursache für das Dauerproblem ausfindig gemacht hat: Die Fugen verlaufen schräg nach innen und lösen sich durch Wärmeausdehnung vom Stein. Dadurch eindringendes Wasser vergrößert vor allem in der Frostperiode die Risse in der Wand.

"Immer wieder neues Verfugen allein nützt da nichts", erklärte Ebner über den Baufehler des Gebäudes. Kleine Regenrinnen sollen ab Februar eingesetzt werden, um die Fugen vor ablaufendem Wasser schützen.

(RP)