Requisiten-Diebstahl am Netflix-Drehort in Solingen

VW Jetta geklaut : Requisiten-Diebstahl am Netflix-Drehort

Unbekannte entwenden einen mit Graffiti besprühten VW Jetta vom Rasspe-Gelände.

Seit Mitte April dreht eine Produktionsfirma auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände in Stöcken Szenen für die Netflix-Serie „The Wave“. Jetzt gab es eine längere Drehpause, die der Produktionsfirma prompt zum Verhängnis wurde. Denn Diebe nutzen ihre Chance und stahlen eine Requisite. Dabei handelt es sich um einen VW Jetta. Der Wagen war mit einem großen Graffiti besprüht.

Da mit dem Fahrzeug bereits mehrere Szenen gedreht wurden, ist der Verlust dieses einzigartigen Autos ein großes Problem. Denn sollten für die Serie weitere Aufnahmen von dem Jetta gemacht werden müssen, steht er nicht mehr zur Verfügung. Wie der Wagen von dem Gelände verschwinden konnte, ist noch völlig unklar. Das Fahrzeug war weder zugelassen, noch fahrbereit. Nach den Dreharbeiten hätte er laut Polizei verschrottet werden sollen.

Die Produktionsfirma hatte am Dienstag wegen des Diebstahls Strafanzeige bei der Polizei erstattet, wie eine Sprecherin bestätigte. Die Diebe müssen irgendwann zwischen dem 18. April und dem 7. Mai zugeschlagen haben. Demnach entledigten sie sich zunächst des Kühlergrills, der Windschutzscheibe und des Luftfilters, bevor sie den Wagen abtransportierten. Im Fahrzeug selbst hat sich laut Polizei nur eine Bescheinigung für eine Hauptuntersuchung befunden.

Wie berichtet, werden auf dem Rasspe-Gelände Szenen für die Netflix-Serie „The Wave“ – zu deutsch: „Die Welle“ – gedreht. Es handelt sich dabei um eine Adaption des des Romans „Die Welle“ von Morton Rhue. Das Buch war bereits 2008 Vorlage für eine Verfilmung. Unter anderem spielt der deutsche Schauspieler Jürgen Vogel mit. Er mimt einen Lehrer, der mit seinen Schülern im Unterricht über das Thema Holocaust spricht. Als die Frage eines Schülers auftaucht, warum die Deutschen nichts gegen die Nazis unternommen haben, startet er ein Experiment. Der Lehrer will seinen Schülern demonstrieren, welche Mechanismen nötig sind, um solch ein Regime möglich zu machen. Das Projekt gerät schließlich außer Kontrolle.

Die Netflix-Serie „The Wave“ soll sechs Teile haben und voraussichtlich noch in diesem Jahr bei dem Streamingdienst abrufbar sein. Neben dem Rasspe-Gelände gab es bereits Dreharbeiten in einem alten Schwimmbad in Hürth, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete. Ob auch weiterhin in Solingen Dreharbeiten für „The Wave“ stattfinden, ist unklar. Der Streamingdienst, der die Serie selbst produziert, gab gestern auf Anfrage keine Auskunft zu den Dreharbeiten.

Netflix setzt derzeit vermehrt auf europäische Produktionen. Mit „Haus des Geldes“ aus Spanien, „The Rain“ aus Dänemark oder auch „Suburra: Blood on Rome“ erzielte der Streamingdienst große Erfolge. „The Wave“ ist die dritte deutsche Netflix-Serie nach „Dark“ und „Dogs of Berlin“. Bereits im Februar hatte es Dreharbeiten für eine andere Serie auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände gegeben. Damals wurde dort unter höchster Geheimhaltung für die Produktion „Babylon Berlin“ gedreht.

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