Solingen: Rekowski warnt Kirche vor Festhalten am Status quo

Solingen : Rekowski warnt Kirche vor Festhalten am Status quo

Der rheinische Präses Manfred Rekowski sieht Veränderungen in der Kirche als Chance für ihre Zukunft. Christen seien nicht in erster Linie Verfechter des Status Quo, sagte Rekowski am Sonntag im Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde Ketzberg in Solingen.

Wer wolle, dass in der Kirche alles so bleibe, wie es war, der wolle nicht, dass die Kirche bleibe. "Deshalb wagen wir Neues, deshalb gehen wir neue Wege, deshalb verabschieden wir uns von den Gemeindeformen, die Menschen nicht mehr ansprechen."

Auch die evangelische Kirchengemeinde Ketzberg sei nicht mehr dieselbe Gemeinde wie die, die sich vor 150 Jahren von der Gemeinde Wald abgespalten habe, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland laut Redetext. "Weil Sie den Menschen, deren Leben und deren Welt sich rasant verändert, nahe sein wollen, sind Sie eine veränderungsbereite Kirche." Dabei sei Aufbruch aber auch mit Unsicherheiten und Abschiednehmen verbunden, räumte Rekowski ein. So habe etwa die Gemeinde Ketzberg die Zahl der Pfarrstellen sowie der Stellen für Jugendarbeit, den Küsterdienst und die Kirchenmusik reduzieren müssen.

"Gott mutet uns zu, alte Sicherheiten hinter uns zu lassen, etwa die finanzielle Sicherheit", sagte Rekowski. Darin könne aber auch eine Chance liegen: "Könnte das Zurückgehen hauptamtlicher Arbeit in den Gemeinden nicht auch eine Chance sein, das allgemeine Priestertum der Glaubenden neu zum Glänzen zu bringen?", fragte der Präses.

(EPD)