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Solingen: Region will an die großen Fördertöpfe

Solingen : Region will an die großen Fördertöpfe

Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft soll am 1. Januar 2015 die Arbeit aufnehmen.

Sie sollte Regionale Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH für das Bergische Städtedreieck heißen, doch nach einem Parlamentarischen Abend in der Hauptgeschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) wurde zumindest am Namen der neuen Gesellschaft eine Korrektur vorgenommen, die nun Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft heißen soll. Sie bündelt die Kräfte der Bergischer Entwicklungsagentur (Sitz in Solingen) und der Regionalagentur (Sitz in Wuppertal), zwei Einrichtungen, die zum Teil überschneidende Aufgaben haben. "Die Namensänderung war einigen Politikern wichtig", erklärte gestern IHK-Präsident Thomas Meyer.

Die Oberbürgermeister aus Solingen, Remscheid und Wuppertal und die IHK-Spitze hatten am Dienstagabend rund 50 Stadträte aus dem Städtedreieck über die geplante Gesellschaft informiert. "Es wurden nur wenige Fragen gestellt", sagte Meyer. Einigen sei die Größe des Aufsichtsrates (16 Sitze) und des Regionalrates (50 Politiker aus den Räten der drei Städte) zu wenig gewesen. "Die Gremien müssen aber führbar und arbeitsfähig sein", entgegnete Meyer, "und irgendwo muss man deshalb eine Grenze ziehen".

Damit die neue Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft wie geplant zum 1. Januar 2015 ihre Arbeit aufnehmen kann, müssen die Stadträte in Solingen, Remscheid und Wuppertal in ihren November-Sitzungen nun ihre Zustimmung erteilen. Meyer geht zuversichtlich davon aus, dass dies geschehen wird. "Falls nicht, dann hätte man im Bergischen eine große Chance verpasst, und die Region wäre nicht in der Lage, an alle Fördertöpfe heranzukommen." Der Solinger Stadtrat wird am 13. November entscheiden. "Die neue Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist eine Ergänzung der lokalen Wirtschaftsförderungen und keine Konkurrenz", betonte der IHK-Präsident. Die Aufgaben seien klar abgestimmt. Neben den bisherigen und weiter fortlaufenden Programmen von BEA und Regionalagentur - zusammen rund 20 Beschäftigte - wird sie sich auch um Infrastrukturförderung kümmern. "Schloss Burg ist hier ein klassisches Beispiel", sagte Meyer.

Sitz der neuen Gesellschaft ist in Solingen, ein Geschäftsführer wird der bisherige BEA-Chef Bodo Middeldorf sein. Ein zweiter Geschäftsführer wird noch gesucht. Wuppertal habe hier das Vorschlagsrecht, so Meyer.

Zur Finanzierung halten das Städtedreieck und die IHK rund 1,6 Millionen Euro bereit, wobei für die BEA bisher gemeinsam 1,2 Millionen Euro ausgegeben wurden. 400 000 Euro müssen also zusätzlich gestemmt werden. Remscheid zahlt hier ebenso wie die IHK 65 000 Euro, Solingen 90 000 Euro und Wuppertal als größte Stadt 180 000 Euro. Vorgesehen ist, dass der neue Bergische Regionalrat - 13 Sitze entfallen auf Solinger Stadträte - zwei Mal im Jahr tagt, der Aufsichtsrat vier Mal.

(RP)