Solingen: Rauchverbot bei der Stadt

Solingen : Rauchverbot bei der Stadt

Ab September sollen Zigaretten in städtischen Gebäuden verboten sein. Die Stadtverwaltung arbeitet zurzeit noch die Dienstvereinbarung aus. In Remscheid gilt das Rauchverbot bereits seit gestern.

In Remscheid herrscht seit gestern in allen städtischen Gebäuden ein ausnahmsloses Rauchverbot. In Solingen soll gleiches in einem Monat gelten. "Wir sind mit der entsprechenden Dienstvereinbarung weitgehend fertig und hoffen, dass wir sie zum 1. September umsetzen können", sagt Birgit Wenning vom städtischen Presseamt. Separate Raucherräume soll es nicht geben. "Raucher müssen dann zum Rauchen das Gebäude verlassen." Bislang können städtische Mitarbeiter noch in ihren Büros zur Zigarette greifen, sofern die Kollegen nichts dagegen haben. Das Rauchverbot sei bereits mit dem Personalrat abgestimmt, erklärt Wenning. "Ich habe den Eindruck, dass die Zahl der Raucher in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen ist."

Hartnäckige Sucht

Der städtische betriebsärztliche Dienst bietet bereits seit über einem Jahr eine individuelle Beratung zur Raucherentwöhnung für Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe (EBS) und des Städtischen Klinikums an. Bei beiden Unternehmen gelten schon allgemeine Rauchverbote, es gibt aber noch jeweils zwei ausgewiesene Raucherräume innerhalb der Gebäude.

"Sollte das Rauchverbot nun auf die gesamte Stadtverwaltung ausgedehnt werden, könnte der betriebsärztliche Dienst auch für die übrigen Mitarbeiter eine individuelle Beratung, bei genügend Interessenten auch spezielle Gruppenkurse anbieten", sagt Betriebsarzt Bernhard Kommerell. Er hat in den vergangenen Monaten etwa 30 bis 40 Personen beraten. Davon Rückschlüsse auf die Zahl der Raucher unter den städtischen Mitarbeitern abzuleiten, sei aber nur begrenzt möglich. "Viele wollen es eigenständig schaffen aufzuhören oder nehmen an anderen Angeboten, zum Beispiel von Apotheken, teil."

Allerdings dämpft Kommerell die Erwartungen an einen schnellen Erfolg im Kampf gegen die Sucht. "Nur etwa zehn bis 20 Prozent der Raucher schaffen es, von der Zigarette loszukommen." Zwar gelinge es vielen Rauchern, immerhin für ein paar Wochen oder Monate ohne Tabak auszukommen, doch innerhalb eines Jahres sei die Rückfallquote sehr hoch.

"Das Rauchen ist eine psychische Sucht, die allgemein unterschätzt wird", erklärt der Betriebsarzt. Daher bräuchten viele Raucher mehrere Versuche, um tatsächlich vom Nikotin loszukommen. Die gute Nachricht: "Mit jedem Aufhör-Versuch steigt der Lerneffekt", sagt Kommerell. "Und damit die Chance, nicht rückfällig zu werden."

(RP)
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