Rasspe: Diskussion um besseren Lärmschutz

Solingen: Rasspe: Diskussion um besseren Lärmschutz

Die Bauarbeiten zur Neugestaltung des Gewerbegebietes laufen. Parallel gibt es in der Politik Überlegungen, die Anwohner vor Belastungen zu schützen.

Rund zwei Jahre sind inzwischen vergangen, seit ein verheerendes Großfeuer erhebliche Teile der alten Rasspe-Fassade in Stöcken zerstörte. Doch allmählich werden die Wunden von damals, die auf das Konto eines Brandstifters gehen, getilgt. So hat die Stadt bereits vor Wochen damit begonnen, den beim Feuer vernichteten Dachstuhl des denkmalgeschützten Industriegebäudes aus dem 19. Jahrhundert zu erneuern.

Dabei ist dies aber nur der Anfang. In den nächsten Jahren sollen auf dem momentan noch verwaisten Areal zwischen der Stadtmitte sowie der Kohlfurth moderne Unternehmen, möglichst aus der Hightech-Branche, angesiedelt werden. Was angesichts der zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbelastungen nun zum wiederholten Mal den Bezirksbürgermeister von Mitte, Richard Schmidt (SPD), auf den Plan ruft.

"Wir benötigen auf jeden Fall einen besseren Lärmschutz als heute", forderte der Sozialdemokrat dementsprechend am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Aus diesem Grund will Schmidt, der selbst zu den Befürwortern des zukünftigen Gewerbegebiets Stöcken zählt, bereits bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Mitte am 25. Januar einen erneuten Vorstoß für Flüsterasphalt auf der Kohlfurther Straße, der Straße Stöcken sowie der Cronenberger Straße starten.

Und nicht nur das - langfristig schwebt dem Bezirksbürgermeister nämlich sogar ein eigener Anschluss des Rasspe-Geländes an die vierspurige L 74 vor. "Es muss genau geprüft werden, inwieweit das zukünftige Gewerbegebiet an seiner hinteren Seite an die Schnellstraße angebunden werden kann", sagte Schmidt, der für die Zeit nach dem für 2019 geplanten Einzug der ersten neuen Betriebe unter der Adresse "Stöcken 17" mit einem spürbar vermehrten Verkehrsaufkommen vor allem durch Lkw rechnet. Den Anwohnern, so der SPD-Mann, sei es jedenfalls kaum zuzumuten, mit einem ständig hohen Lärmpegel zu leben.

Eine Einschätzung, die Schmidt im Prinzip mit den zuständigen Stellen im Solinger Rathaus teilt. Dennoch beurteilen die dortigen Beamten die Ideen des Bezirksbürgermeisters einstweilen eher zurückhaltend. Beispielsweise sei die Möglichkeit einer separaten Verbindung des Rasspe-Areals zur L 74 schon vor längerer Zeit einmal eingehend untersucht worden, sagte gestern eine Sprecherin der Stadt, die auf Anfrage weiter betonte, seinerzeit sei das Ergebnis negativ ausgefallen.

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"Gegen einen solchen Anschluss sprechen allein schon Gründe der Topographie in der Gegend", hieß es vonseiten der Verwaltung, die darüber hinaus auch Aspekte des Umweltschutzes geltend machte. So eigne sich die Natur zwischen der Schnellstraße Richtung Sonnborner Kreuz sowie der ehemaligen Fabrik für Messer und Maschinenteile nicht für eine dergestalte Zu- beziehungsweise Abfahrt, teilte die Rathaus-Sprecherin mit.

Gleichzeitig plant die Stadt dem Ruhebedürfnis der Rasspe-Nachbarn aber durchaus Rechnung tragen. "Wir werden einen Straßenbelag schaffen, der lärmmindernd wirkt", sagte die Sprecherin. Ein solcher Asphalt werde ohnehin überall in der Klingenstadt verlegt, wenn mal wieder Sanierungen an von vielen Autos befahrenen Straßen anstünden.

Richard Schmidt indes will sich mit einer solchen Lösung nicht zufrieden geben. "Bereits heute zeigen die häufigen Staus auf dem Weg zur L 74, wie stark die Straßen rund um Stöcken belastet sind", betonte der Bezirksbürgermeister. Darum sei es jetzt geboten, einen richtigen Flüsterasphalt zu verbauen. Schmidt, der bei der BV-Sitzung Ende des Monats einen diesbezüglichen Prüfauftrag an die Verwaltung einbringen möchte: "Auf Autobahnen, die durch dicht besiedelte Gebiete führen, wird ja schließlich ebenfalls auf diesen Straßenbelag zurückgegriffen."

Und auch in Sachen L 74-Anschluss will der SPD-Mann nicht klein beigeben. "Es sollte unter allen Umständen überlegt werden, ob es nicht doch eine Chance gibt, das neue Gewerbegebiet verkehrstechnisch besser zu erschließen", regte der Sozialdemokrat an, der ansonsten für die Zukunft ein regelrechtes Verkehrschaos in Stöcken befürchtet.

So weit ist es einstweilen allerdings noch nicht. Denn die Ausbesserungsarbeiten am Dachstuhl des alten Verwaltungsgebäudes sind lediglich der Startschuss zu weit umfangreicheren Instandsetzungen. So gilt es, das gesamte Grundstück zunächst von Altlasten zu befreien, um es danach in einem weiteren Schritt nach den Bedürfnissen der neuen Mieter herzurichten. Für diese Arbeiten ist das Jahr 2018 vorgesehen. Parallel entwerfen drei beauftrage Planungsbüros Konzepte für die Nutzung.

(or)