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Rasspe-Abriss in Solingen ist in vollem Gang

Neues Gewerbegebiet : Abriss auf Rasspe-Areal ist in vollem Gang

Die ersten fünf Gebäude im hinteren Teil des zukünftigen Gewerbegebiets sind abgebrochen. Weitere Altlasten sind bisher nicht aufgetaucht. Der Schornstein wird in der zweiten Jahreshälfte fallen. Gespräche mit Investoren laufen.

Die großen Abrissbagger sind seit gerade einmal rund sechs Wochen im Einsatz. Doch trotz dieser bislang noch relativ überschaubaren Zeitspanne haben die Mitarbeiter der beteiligten Firmen sowie ihr schweres Gerät bereits ganze Arbeit geleistet – und auf dem weitläufigen Areal der ehemaligen Landmaschinenfabrik Rasspe in Stöcken sind die Zeichen einer neuen Ära mittlerweile nicht mehr zu übersehen.

Denn wie die Wirtschaftsförderung Solingen als Besitzerin des Geländes sowie der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) am Mittwoch mitgeteilt haben, sind seit Beginn der Arbeiten am 6. April von den einstmals insgesamt 13 großen Gebäuden auf dem Grundstück schon fünf dem Erdboden gleichgemacht worden. Wobei der jetzt erreichte Zustand nichts anderes als eine Zwischenetappe auf dem Weg zu einem in Gänze neuen Solinger Gewerbegebiet darstellt.

Geht es nämlich nach der Wirtschaftsförderung, sollen in Stöcken in einigen Jahren zahlreiche Firmen den Strukturwandel in der Stadt förmlich greifbar machen. So schwebt den Verantwortlichen vor, auf dem Areal mit dem offiziellen Namen „Stöcken 17“ Unternehmen aus unterschiedlichen Technologie- und Dienstleistungsbereichen anzusiedeln.

„Augenblicklich laufen Gespräche mit zwei bis drei Investoren“, berichtete der zuständige Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung, Achim Willke, am Mittwoch über den Stand der Vermarktung. Zwar sei es noch zu früh, konkrete Aussagen zu tätigen, so Willke. Gleichwohl sei man sicher, die Industriebrache in absehbarer Zeit mit neuem Leben zu füllen sowie zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Klingenstadt ansiedeln zu können.

Dabei verfahren die Verantwortlichen zweigleisig. So gilt es , die unter Denkmalschutz stehenden und demzufolge zu erhaltenden Gebäudekomplexe an der Straße Stöcken instand zu setzen, während parallel dazu im hinteren Teil des etwa fünf Hektar großen Areals die Abbrucharbeiten an den dortigen Bauten weiterlaufen.

Ziel ist es, mit dem Rückbau sowie der Bodensanierung bis Anfang kommenden Jahres fertig zu sein. Ein Unterfangen, dass durchaus realistisch erscheint. Denn wie die Projektverantwortliche beim AAV, Dr. Beatrix Haglauer-Ruppel, nun betonte, liegen die Arbeiten momentan voll im Zeitplan. „Der Abriss des nächsten großen Gebäudes dürfte in ungefähr zwei Wochen anstehen. Und der Schornstein sollte dann auf jeden Fall in der zweiten Jahreshälfte 2020 fallen“, bekräftigte die promovierte Fachfrau für Altlastensanierung.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass den Verantwortlichen auch weiterhin unangenehme Überraschungen erspart bleiben. So wurden schon im Vorfeld des Abrisses zahlreiche Bodenuntersuchungen angestellt, um die Schadstoffe auf dem seit dem 19. Jahrhundert industriell genutzten Areal genau zu lokalisieren.

„Bisher haben sich keine zusätzlichen Probleme ergeben“, sagte Beatrix Haglauer-Ruppel. So wurden neben den erwarteten Schadstoffen im Boden sowie in den Gebäuden – zum Beispiel Asbest in Fensterdichtungen – hauptsächlich alte Autoreifen oder auch ausgediente Kühlschränke gefunden. Abfall und Schutt werden noch auf dem Gelände sortiert, um sie abtransportieren zu können.

Sobald die Fläche im hinteren Teil planiert ist, wird dann die bauliche Weiterentwicklung in Angriff genommen. Bei der Wirtschaftsförderung geht man davon aus, dass das Jahr 2021 im Zeichen fortschreitender Arbeiten steht. So könnten die neu zu errichtenden Gebäude noch vor den Altbauten an der Straßenfront bezogen werden. Wobei das Gebiet auch nach Feierabend belebt bleiben soll – etwa durch Gastronomie. Erreichbar sein könnte Stöcken unter anderem auf einer neuen Radtrasse. Entsprechende Vorüberlegungen laufen.