Solingen: Rasiermesser weiter stark nachgefragt

Solingen: Rasiermesser weiter stark nachgefragt

Auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente vom 10. bis zum 14. Februar präsentieren mehr als 30 Solinger Unternehmen ihre Produktneuheiten. Dreiste Produktfälscher müssen mit einer Negativ-Auszeichnung rechnen.

Für die Schneidwaren- und Besteck-Unternehmen ist die Ambiente in Frankfurt nach wie vor die wichtigste Messe: "Sie hat einen hohen Stellenwert, die Ambiente ist die weltweit wichtigste Messe für den Großteil unserer Branche", sagt Jens-Heinrich Beckmann.

Der Geschäftsführer des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH) sieht die Branche gut aufgestellt, zumal auch im vergangenen Jahr ein Plus eingefahren werden konnte. Mit einem Prozent "oder etwas mehr" zwar nicht mehr so üppig wie in den Vorjahren (2015: 4,3 Prozent; 2014: 8,3 Prozent), doch würde dies auf einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro hinauslaufen: "So hoch wie nie zuvor", sagt der Verbandsgeschäftsführer.

Rund 4400 Aussteller aus etwa 100 Ländern werden vom 10\. bis 14\. Februar in Frankfurt erwartet. Auch mehr als 30 Solinger Unternehmen stellen auf der Ambiente ihre Produkte und Neuheiten vor. Aufgeteilt ist die Ambiente in die Bereiche Dining, Giving und Living.

Und nicht nur Messer, Bestecke oder Töpfe sowie Küchenutensilien sind gefragt, auch Rasiermesser. "Nach wie vor erfreuen sich Rasiermesser einer starken Nachfrage", sagt Jens-Heinrich Beckmann. Die Firmen kommen kaum mit der Lieferung nach. "Auch Jüngere haben die Nassrasur für sich entdeckt", so der IVSH-Geschäftsführer.

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Die Stimmung in der Branche ist im Vorfeld der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt jedenfalls gut. "Wir sind gut ins neue Jahr gestartet", sagt beispielsweise Giselheid Herder, die zusammen mit ihrem Cousin Frank Daniel Herder die Ohligser Firma Windmühlenmesser leitet. Neue Kunden aus China und Nordamerika hätten Aufträge geordert, auf der Ambiente präsentiert wird ein Kochmesser mit einer Klingenlänge von 225 Millimetern. Wermutstropfen: "Im vergangenen Jahr hatten wir durchweg einen hohen Krankenstand, da konnten wir unsere Ziele nicht erreichen. Von daher war 2016 für uns ein "verhaltenes Jahr", sagt Giselheid Herder.

Ebenso wie Giselheid Herder freut sich Volker Gehring auf die Ambiente. "Wegen des internationalen Charakters ist diese Messe sehr wichtig für uns", sagt Gehring. "Es kommen sehr viele Einkäufer, und die möchten Neuheiten sehen".

Über die Produktneuheiten hinaus ziehen aber auch Design-Preise die Einkäufer an die Messestände. "Auch dadurch sind wir Anlaufstelle", sagt Volker Gehring. Das Unternehmen von der Tersteegenstraße, das bereits einige Auszeichnungen einheimsen konnte, wird mit dem Design-Plus-Preis 2017 für die Messerserie "My2" mit Olivenholzgriffen ausgezeichnet. Eine Auszeichnung vom Rat für Formgebung (Ikonic-Award 2017) kann Herder Windmühlenmesser für das neue Kochmesser entgegennehmen.

Fester Bestandteil der Ambiente ist auch die Aktion Plagiarius. Stets zum Auftakt der Messe werden besonders dreiste Plagiate und deren Hersteller öffentlich bekannt gemacht - und ihnen der Zwerg mit der goldenen Nase verliehen. Der Zwerg ist Symbol für die hohen Profite, die die Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Hersteller erwirtschaften. Die Plagiarius-Preisträger 2016 und 2017 werden in der Sonderschau "Plagiarius" vom 10. bis 14. Februar im Foyer 5.1 / 6.1 der Frankfurter Messe ausgestellt. Nach der Ambiente werden die aktuellen Preisträger im Museum Plagiarius im Solinger Südpark sowie bei weltweiten Wanderausstellungen einem breiten Publikum gezeigt.

(uwv)
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