Raser in Solingen-Unterburg: Nerven der Anwohner liegen blank

Verkehrssicherheit : Raser in Burg: Nerven der Bürger liegen blank

Wegen eines Ampel-Defekts geht es im Burger Engpass zurzeit chaotisch zu. Auch sonst klagen Anlieger über Raser. Stadt will Abhilfen prüfen.

Auf Unterburg warten zum wiederholten Mal harte Wochen und Monate. In diesem Jahr werden die Stadt Solingen sowie der Wupperverband mit dem letzten Abschnitt der großen Umbaumaßnahmen im Stadtteil beginnen – wobei die Zeit drängt. Denn bis zum Sommer 2020 sollen sowohl die Bemühungen für einen verbesserten Hochwasserschutz am Eschbach, als auch die Arbeiten an der engen Ortsdurchfahrt endgültig beendet werden. Beide Baustellen hätten dann Bürger und Pendler gleichermaßen über rund ein halbes Jahrzehnt vor mehr als nur eine schwere Geduldsprobe gestellt.

Doch während sich die meisten Anwohner wünschen, dass die Bautrupps zum Abschluss des Projektes noch einmal richtig Gas geben, damit Staus sowie Umleitungen möglichst schnell der Vergangenheit angehören, verhält es sich mit Blick auf manche Autofahrer geradewegs anders herum. Raser haben nämlich dafür gesorgt, dass die Nerven vieler Unterburger mittlerweile reichlich blank liegen. Was am Donnerstagabend nicht zuletzt Mitarbeiter der Stadt sowie der Technischen Betriebe Solingen bei einer Informationsveranstaltung in der Turnhalle Unterburg an der Hasencleverstraße ausgesprochen deutlich zu spüren bekamen.

Rund 150 Bürger hatten den Weg zu der Versammlung gefunden, bei der die Verantwortlichen aus der Verwaltung eigentlich über den Fortgang der Bauarbeiten und die demnächst anstehenden Schritte berichten wollten. Aber dies war schließlich nur ein Aspekt, der beredet wurde. Denn im Laufe der zunehmend hitzig geführten Diskussion ließen vor allem die Anwohner der Eschbachstraße ihrem Frust freien Lauf. „Ich habe Angst um das Leben meiner Kinder“, rief zum Beispiel ein sichtlich aufgebrachter Familienvater in den Saal, derweil eine andere Nachbarin prophezeite, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich in Unterburg ein schlimmer Unfall ereignen werde.

Der Grund für die Aufregung: Bereits seit Jahren funktionieren aus Sicht der Anlieger manche Autofahrer die Eschbachstraße zu einer Rennstrecke um, ohne dass etwas unternommen würde. Im Gegenteil – im Zuge der Umbaumaßnahmen habe sich die Situation, so der Eindruck der Anwohner, sogar weiter verschärft. Geschwindigkeiten weit über den erlaubten 30 km/h seien jedenfalls gerade am Engpass in der Ortsmitte keine Seltenheit. Auto- oder Motorradfahrer versuchten, es vielfach bei Gelb über die Ampeln zu schaffen, von denen zurzeit eine wegen eines Defektes zu allem Überfluss auch noch bis Montag ausfällt.

Entsprechend klar waren die Forderungen an die Stadt. Diese solle mit mobilen Blitzern dafür sorgen, dass weniger gerast werde. Und zudem sei zu überlegen, ob eine feste Radaranlage Sinn mache beziehungsweise wie der Durchgangsverkehr – auch über die Umleitungen im Zuge der Baumaßnamen hinaus – aus dem Stadtteil herausgehalten werden könnte.

Was indes unrealistisch ist. Die Eschbachstraße sei´nun mal die Strecke von Solingen nach Burg, betonte eine Stadtsprecherin am Freitag auf Anfrage. Und überdies führe der Weg zur A 1 ebenfalls durch den Stadtteil. Gleichwohl will die Verwaltung reagieren. Dabei würden mobile Blitzer genauso geprüft wie Tempo 20 und der Einsatz von Verkehrs-Smileys, die – je nach Verhalten – den Autofahrern ein lächelndes oder grimmiges Gesicht zeigen.

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