Radioaktiver Behälter in Solingen gefunden

Radioaktiver Behälter gefunden: Polizei sucht Verursacher

Der Behälter mit radioaktivem Inhalt, der am Mittwoch vor dem Müllheizkraftwerk aufgetaucht ist, wurde mittlerweile entsorgt. Wer für den Großeinsatz verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Der Verdacht geht gegen Schulen.

Einen Tag nach dem Fund eines Behälters mit leicht radioaktivem Inhalt im Eingangsbereich des Solinger Müllheizkraftwerkes an der Sandstraße befindet sich die Polizei weiter auf der Suche nach dem Verursacher. „Die Ermittlungen laufen“, sagte am Donnerstag ein Sprecher des auch für die Klingenstadt zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal auf Anfrage unserer Redaktion – gut 24 Stunden, nachdem der unscheinbare Behälter rund um das Kraftwerk für helle Aufregung gesorgt hatte.

Dabei konzentrieren sich die mit dem Fall betrauten Beamten zurzeit vor allem auf die Schulen der Umgebung sowie deren Umfeld. Denn mittlerweile hat sich der bereits am Mittwoch aufgekommene Verdacht, wonach der radioaktive Fund aus einem Schullabor stammen könnte, erhärtet. „Wir gehen davon aus, dass der Inhalt in dem Behälter zuvor für Unterrichtszwecke verwendet worden ist“, hieß es bei der Polizei, dieum ihre Aufgabe nicht zu beneiden ist.

Der Hintergrund: Bislang tappen die Ermittler noch weitestgehend im Dunkeln. So ist es beispielsweise nämlich keineswegs gesagt, dass der an der Sandstraße aufgefundene Behälter mit der Aufschrift „Radioaktive Probestrahler“ aus einer Solinger Schule stammen muss. „Genauso gut ist es möglich, dass die Substanz aus einer der Nachbarstädte stammt“, sagte der Polizeisprecher, der parallel versicherte, seine Kollegen würden alle ihnen zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzen, um des Verursachers habhaft zu werden.

Denn immerhin hatte der Vorfall am Müllheizkraftwerk am Mittwochnachmittag für einiges Chaos gesorgt. So war die Polizei nach dem ersten Alarm etwa aus Sicherheitsgründen gezwungen gewesen, zwei Straßenzüge rund um das Kraftwerk zu sperren – was mitten im Berufsverkehr auf der Kronprinzenstraße sowie den angrenzenden Straßen phasenweise erhebliche Behinderungen zur Folge hatte. Und auch die Feuerwehr musste mit großer Mannstärke ausrücken. So befanden sich über mehr als eine Stunde insgesamt 45 Feuerwehrleute aus unterschiedlichen Wachen im Einsatz.

  • Personen, die am Fundort waren, wurden
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Schließlich war nach Bekanntwerden des Fundes zunächst einmal vollkommen unklar, ob und gegebenenfalls welche Gefahr von dem Behälter ausging. Darum blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als sämtliche Personen, die sich in der Nähe des Fundortes an der Zufahrt zum Müllheizkraftwerk befanden, mit Geigerzählen nach einer möglicherweise erhöhten Strahlung abzusuchen.

Glücklicherweise ergaben auch die Messergebnisse der Feuerwehr an dem Behälter, dass die Werte unter den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten lagen, da sich die Strahler in ihren Behältnissen befanden. Diese Behältnisse wurden gesichert und wurden später unter Aufsicht der zuständigen Behörden abtransortiert.

„Es bestand keinerlei Gefahr für die Menschen“, versicherte am Donnerstag auch noch einmal die Polizei. Der Behälter mit den Strahlern wurde darüber hinaus inzwischen entsorgt.