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Postkunden stehen in Solingen vor verschlossener Tür

Hauptpost im Solingen : Postkunden stehen vor verschlossener Tür

Die Postbank musste die Hauptpost aus Krankheitsgründen diese Woche schließen. Die Wiederöffnung ist noch unklar.

Schon seit fast 14 Tagen gilt auch in Solingen die verschärfte Kontaktsperre. Und angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Corona-Infizierten bundesweit weiter steigt, wird sich daran bis mindestens 19. April nichts ändern. Weshalb es eigentlich eine gute Idee wäre, mal wieder zu Papier und Stift zu greifen, um den Kontakt zu Verwandten oder Freunden zumindest auf postalischem Wege aufrecht zu erhalten.

Doch selbst das ist in der Klingenstadt augenblicklich ein eher schwierig zu realisierendes Unterfangen. Denn bereits seit mehreren Tagen stehen die Kunden, die in die von der Postbank betriebene Solinger Hauptpost an der Birkerstraße in Mitte wollen, vor verriegelten Türen. Wobei einstweilen unklar bleibt, wann dieser Zustand beendet sein wird.

Mit einem Aushang macht die Postbank darauf aufmerksam, dass die Filiale an der Birkerstraße nicht genutzt werden kann. Dies ist schon seit Montag, 30. März, der Fall. Foto: Martin Oberpriller

„Unsere Filiale in Solingen ist aktuell wegen krankheitsbedingtem Personalmangel geschlossen“, sagte ein Postbank-Sprecher, der am Donnerstag zunächst keine Entwarnung zu geben vermochte. Zwar arbeite man „mit Hochdruck daran, die Filiale am kommenden Montag wieder zu öffnen“, versicherte der Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Allerdings sei es derzeit nicht möglich, eine verbindliche Prognose abzugeben.

Der Grund: Im Zuge der Corona-Krise führte die Postbank in ihren Niederlassungen zuletzt ein Schichtsystem ein, das es erlaubt, die Mitarbeiter in voneinander getrennten Teams arbeiten zu lassen. Mit diesem Schritt sollte gewährleistet werden, die Kontakte der Angestellten untereinander auf ein Minimum zu begrenzen, um so neue Corona-Infektionen so weit es geht zu verhindern.

Was am Ende aber auch nicht dabei half, die Solinger Filiale vor der zwischenzeitlichen Schließung zu bewahren. Bei der Post reagierte man am Donnerstag dementsprechend wenig begeistert auf die augenblickliche Situation. „Das ist für unsere Kunden selbstverständlich extrem unglücklich“, sagte ein Sprecher der Deutschen Post AG, der zudem betonte, der Post seien bei Fällen wie diesem die Hände gebunden.

Schließlich, so der Konzernsprecher, handele es sich bei den Mitarbeitern an der Birkerstraße ohne Ausnahme um Beschäftigte der Postbank. Die Post selbst habe hingegen gar keine Angestellten mehr in den einzelnen Filialen, so dass es nicht möglich sei, den Betrieb der Solinger Hauptpost – auch nur temporär – mit eigenen Leuten fortzuführen.

Stattdessen empfiehlt die Post, bis auf Weiteres auf kleinere Filialen oder auf die DHL-Shops auszuweichen. „Von der Solinger Hauptpost aus gesehen liegt die Filiale an der Walter-Dodde-Straße am nächsten“, sagte der Postsprecher, der darauf aufmerksam machte, dass dort auch Briefmarken gezogen werden könnten. Ein wichtiger Hinweis, hatte eine Postkundin in dieser Woche doch moniert, dass selbst dies an der Birkerstraße momentan nicht möglich sei. „Der Briefmarken-Automat, der im Vorraum der Hauptpost steht, kann ebenfalls nicht genutzt werden, weil er kaputt ist“, sagte die Solingerin.

Der Post war dieser Defekt am Donnerstag noch nicht mitgeteilt worden. Tatsächlich, so der Post-Sprecher, gehörten auch die Automaten nicht in Gänze dem Konzern. Sollte es sich bei dem Solinger Apparat aber um einen post-eigenen Automaten handeln, werde dieser Mangel so schnell wie möglich abgestellt.

Auch die Postbank als Eigentümerin der Solinger Filiale kündigte an, zügig für eine Lösung sorgen zu wollen. Gleichzeitig bat der Postbank-Sprecher um Verständnis. „Wir möchten uns bei unseren Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen“, hieß es aus der Postbank-Zentrale in Bonn.