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Solingen: Pop-Oratorium begeistert

Solingen : Pop-Oratorium begeistert

Zum Abschluss des Themenjahres der evangelischen Kirche um Gottes Gebote führten 250 Mitwirkende das christliche Musical "Die 10 Gebote" im Theater und Konzerthaus auf. Die Begeisterung der Zuhörer schlug hohe Wellen.

Als der evangelische Kirchenkreis im Februar 2011 Sängerinnen und Sänger für einen Projektchor suchte, war das Interesse sehr groß. "Ihnen steht viel Arbeit bevor", warnte damals die Kantorin Stefanie Schlüter. Aber mehr als 150 Bewerber hielten durch; und sie alle standen jetzt nach monatelangen Proben gemeinsam mit den Bergischen Symphonikern, einer Rockband und einem brillanten Ensemble von Musicalstars auf der Theaterbühne.

"Du sollst frei sein" — dies steht als Motto über dem Solinger Kirchenjahr, der Mensch soll durch die Zehn Gebote zur inneren Freiheit finden. Diesen göttlichen Gesetzen fühlt sich auch der bekannte Musicalautor Michael Kunze mit dem Text seines Pop-Oratoriums "Die 10 Gebote" verpflichtet, die Musik dazu komponierte Dieter Falk.

Es stand ein riesiger Klangkörper auf der Bühne, der aber durch die beeindruckende Technik gut ausgesteuert war, allerdings ging die Lautstärke in Teilen doch an die Grenze. Zehn Solisten mit großer Musical-Erfahrung verkörperten diese Menschen aus dem Alten Testament. David Michael Johnson singt die Partie des Mose, sein Widersacher ist Stefan Poslowski als Pharao, Silvia Vincinelli verkörpert Moses Weib Ziporah.

Alle Rollen werden mit großer Intensität gesungen, aber die Texte sind ab und zu doch unfreiwillig komisch und biedern sich von Zeit zu Zeit zu sehr an die Jugendsprache an.

Die jungen Solinger Sängerinnen Milena Haunhorst und Julia Reffgen übernahmen den großen Part der singenden Erzählerinnen, ihre Geschichten von Mose und dem Pharao treiben die Handlung voran.

Auch die Musik ist ständig in Bewegung, unterbrochen nur von einigen gefühlvollen Balladen. Das Ganze wird von dem Kirchenmusiker Christoph Spengler am Dirigentenpult umsichtig und begeisternd zusammengehalten. Diese monumentale und immer pulsierende Musik riss das Publikum mit. Am Ende spielte und sang dann das komplette Ensemble das Resümee aller Gebote: "Liebe ist das Gebot" —es schließt alles ein.

Für den Jubel bedankten sich die Mitwirkenden gleich mit einem langen Querschnitt der Musik, aber auch nach diesem Medley hielt die Begeisterung im Theater und Konzerthaus noch lange an.

(RP)