Solingen: Poller gegen Parker

Solingen: Poller gegen Parker

Weil immer wieder Fahrzeuge vor dem Museum Baden standen, wurde die Zufahrt jetzt mit Pollern gesperrt. Für Lieferanten können die Sperren herausgenommen werden. Der Platz muss freibleiben für die Feuerwehr.

Dass es Ärger geben würde, war den Bezirksvertretern klar, daher versuchten sie, das Parken vor dem Museum Baden zunächst durch Halteverbotsschilder einzudämmen. Doch diese blieben ebenso wie die Schilder, die auf die Feuerwehrzufahrt hinwiesen, meistens unbeachtet. Seit einigen Tagen nun sind Poller in dem Boden eingelassen. Sowohl an der Zufahrt von der Wuppertaler Straße aus, als auch vom Parkplatz am Dycker Feld.

Eine Regelung, die der Gräfrather Karl-Heinz Müller jetzt in einem Protestbrief an Oberbürgermeister Norbert Feith schlichtweg als "Schwachsinn" bezeichnet. Der Gartenmeister wollte am vergangenen Samstag Blumen für das Restaurant Junkbrunnen anliefern und stand plötzlich vor den Pollern. "Für die Gaststätte ist das eine Geschäftsschädigung ohnegleichen. Gehbehinderte Gäste, die bisher auf den Parkplatz fahren konnten, können das nicht mehr und müssen von der Wuppertaler Straße aus 16 unglückliche Stufen passieren", schreibt der ehemalige CDU-Ratsherr.

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Poller können entfernt werden

Auch im Museum scheint man nicht glücklich über die Lösung, die vor allem behinderten Besuchern Schwierigkeiten bereite. Bei der Stadt und in der Bezirksvertretung sieht man das offenbar anders. In erster Linie müsse der Vorplatz vor dem Gebäude jederzeit für einen möglichen Feuerwehreinsatz freigehalten werden, erläuterte Stadtsprecher Lutz Peters auf Anfrage. Die zunächst aufgestellten Halteverbotsschilder seien ständig ignoriert worden und so habe man sich für die Poller entschieden. Diese Poller können von Museumsmitarbeitern und Mitarbeitern des Restaurants entfernt werden, wenn Lieferanten den Vorplatz nutzen. Behinderte können wie bisher auf dem über das Dycker Feld zu erreichenden Parkplatz parken. "Mit einem Rollstuhl kann man zwischen den Pollern hindurchfahren", sagt Lutz Peters. Bereits 2007 hatte Elke Gagaik vom Stadtdienst Planung und Mobilität Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass der Vorplatz komplett für die Feuerwehr freigehalten werden müsse. Damals hatte sich die Stadt noch gegen Poller ausgesprochen, weil "die hinter dem Museum liegenden Parkplätze dann für Behinderten, Lieferanten und Mitarbeiter nur umständlich zu erreichen" seien.

(RP)
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