Jahreswechsel: Polizei setzt zu Silvester mehr Beamte ein

Jahreswechsel : Polizei setzt zu Silvester mehr Beamte ein

In der Nacht auf 1. Januar soll eine größere Zahl an Polizisten dafür sorgen, dass die Feiern in der Stadt nicht ausarten. Auf die Anforderung auswärtiger Kräfte wurde zunächst verzichtet. Bei Bedarf stehen aber Einsatzhundertschaften bereit.

Die Bilder aus der Kölner Silvesternacht 2015/16 sind den meisten noch in schlimmer Erinnerung. Seinerzeit machten vor allem Männer aus den Maghreb-Staaten regelrecht Jagd auf Frauen - ohne dass die Polizei den Opfern half. Später wurden hunderte Anzeigen wegen sexueller Übergriffe erstattet. Doch zu einer Bestrafung der Täter kam es bis heute nur in den allerwenigsten Fällen.

Ein sicherheitstechnisches Fiasko, dessen Wiederholung die Verantwortlichen zum anstehenden Jahreswechsel unter allen Umständen vermeiden wollen. Aus diesem Grund hat die Polizei für Silvester 2016/17 - nicht allein in Köln - ihre Kräfte verstärkt. Auch in Solingen werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag deutlich mehr Beamte auf den Straßen sein als in früheren Jahren.

Das bestätigte jetzt eine Sprecherin des unter anderem für die Klingenstadt zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal auf Anfrage unserer Redaktion. "Die eingesetzten Beamten werden sich schwerpunktmäßig auf die zentralen Stellen in der Stadt konzentrieren", sagte die Sprecherin, die in diesem Zusammenhang als Beispiel den Neumarkt in der City nannte. Aber auch andere Örtlichkeiten, an denen sich viele Menschen aufhielten, stünden im Fokus, so die Polizei.

Dabei werden im Bereich des Polizeipräsidiums Wuppertal zunächst einmal nur Beamte der eigenen Behörde eingesetzt. Vorausgegangen war dieser Entscheidung in den zurückliegenden Wochen sowie Monaten eine genaue Analyse der Sicherheitslage. Wobei sowohl die Erfahrungen der Polizei aus früheren Silvesternächten, als auch die nach dem Anschlag von Berlin einmal mehr vergrößerte Terrorgefahr in die Überlegungen miteinbezogen wurden,

Zwar hieß es zuletzt vonseiten der involvierten Behörden zum wiederholten Mal, über konkrete Bedrohungen für die Region lägen keine Erkenntnisse vor. Gleichwohl ist es möglich, die eigenen Kräfte - im Falle einer plötzlich auftretenden Gefahr - zum Jahreswechsel innerhalb kurzer Zeit noch einmal um Beamte von außerhalb aufzustocken. "Dafür stehen in NRW Einsatzhundertschaften bereit, die bei Bedarf von den Polizeibehörden vor Ort angefordert werden können", versicherte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums, der zudem betonte, bei einer entsprechenden Anforderung aus dem Bergischen Land wäre es auch möglich gewesen, von Beginn an eine Hundertschaft in die Region zu entsenden.

Ein solcher Schritt war nach Ansicht der Verantwortlichen indes nicht notwendig. Vielmehr richten sich die Beamten in Solingen bis auf Weiteres auf ein normales Silvester ein. Tatsächlich rechnen die Verantwortlichen aber sehr wohl damit, dass - abseits ungewöhnlicher Ereignisse - erneut jede Menge zu tun sein wird.

Denn die Jahresübergänge gehören fast schon traditionell zu jenen Nächten für die Polizei, in denen sich ein Einsatz an den anderen reiht. Wobei es in der Regel nicht einmal besonders gravierende Dinge, wohl aber Kleinigkeiten sind, die bei der Einsatzzentrale in Wuppertal einlaufen - und die ein Eingreifen der Beamten erforderlich erscheinen lassen.

Beispielsweise wird Alkohol, je länger die Nacht dauert, zu einem nicht zu unterschätzendem Problem. "Die Leute trinken. Und unter Betrunkenen kommt es öfter zu einer Schlägerei", fasste die Polizei die Erfahrungen der Vergangenheit zusammen.

Auch darum wird die Schicht in der Silvesternacht, die um 22 Uhr beginnt, für die meisten der eingesetzten Beamten bis zum Morgen gehen. "Der Dienst endet gegen 6 Uhr, wenn der Schichtwechsel erfolgt", teilte die Polizei mit.

(or)