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Solingen/Köln: Polizei durchsucht 22 Objekte der Hells Angels

Solingen/Köln : Polizei durchsucht 22 Objekte der Hells Angels

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zurzeit gegen mehrere führende Mitglieder der Kölner Hells-Angels-Gruppe. In dem Zusammenhang wurden am Dienstagmorgen in Köln und angrenzenden Kommunen 22 Wohnungen und Firmen durchsucht. Dabei wurden unter anderem Waffen gefunden.

Bei den zeitgleichen Durchsuchungen ab 10 Uhr wurden außerdem Arreste aus Steuerforderungen der Finanzbehörden vollstreckt. Bei zwei dieser Durchsuchungsobjekte waren zusätzlich Spezialeinheiten im Einsatz.

Den Tatverdächtigen wird Erpressung, Körperverletzung, Waffendelikte, Verdacht des Menschenhandels, schwere Brandstiftung sowie bandenmäßig begangene Steuerhinterziehung vorgeworfen. Der überwiegende Teil der Ermittlungen erstreckt sich auf die Hinterleute des organisierten Verbrechens.

Verbrechen im Rotlichtmilieu

Der Polizei liegen seit Anfang des Jahres Hinweise vor, nach denen mehrere Personen gemeinsam den sogenannten Kölner "Wohnwagenstrich" geschäftsmäßig betreiben wollte. Andere Personen, die dort ebenfalls einen Wohnwagen aufstellen wollten, wurden bedroht. Eine Prostituierte wurde zusammengeschlagen. Ihr Wohnwagen wurde in Brand gesetzt - anscheinend, um ein Zeichen zu setzen, vermutet die Polizei.

Der 29-jährige Täter ist der Polizei mittlerweile bekannt. Er steht ebenso wie vier weitere Männer im Alter von 30 bis 63 Jahren im Verdacht, an diesem Geschäft und den finanziellen Gewinnen beteiligt gewesen zu sein. Drei dieser Personen sind Angehörige des Kölner Charter der Hells Angels - darunter auch der Präsident des Rockerclubs. Bei dem vierten Tatverdächtigen handelt es sich um einen 36-Jährigen.

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Die Einkünfte aus der Vermietung der Wohnwagen wurden von den Tatverdächtigen nicht versteuert. Allein der Steuerschaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro.

Durchsuchungen schon im November

Bereits im November wurden das Clubheim des "Hells Angels Charter Cologne" sowie die Wohnungen des Präsidenten und eines weiteren Angehörigen des Clubs nach entsprechenden Hinweisen durchsucht. Bei dem damaligen Einsatz wurde eine Vielzahl von Waffen, darunter auch scharfe Schusswaffen, in den Wohnungen und auf dem Gelände des Clubheimes aufgefunden.

Bei den heutigen Durchsuchungsmaßnahmen wurden schriftliche Unterlagen, Bargeld, eine scharfe Schusswaffe, diverse Waffen und waffenähnliche Gegenstände (Morgenstern, Nonchacus, Stahlrute, diverse Messer u.a.) sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

(ots/jt)