Solingen: Politik will Bad früher sanieren

Solingen : Politik will Bad früher sanieren

Die alten Hallenbäder Birkerstraße und Sauerbreystraße warten auf einen neuen Besitzer. Seit Dezember bietet die Stadt die denkmalgeschützten Objekte auch im Internet zum Kauf an. Rund 1000 beziehungsweise 700 Mal seien die jeweiligen Seiten aufgerufen worden.

"Mit Ausnahme von zwei Anfragen per E-Mail hat es jedoch bislang noch keinen konkreten Anfragen gegeben", sagte Ronald Krause-Walter jetzt im Sportausschuss. Der Mitarbeiter des städtischen Immobilienmanagements führte weiter aus, dass sich ein Kölner Unternehmer informiert habe mit dem Hintergedanken, das Bad in Ohligs in ein Wellnesscenter umzubauen — ähnlich wie es anfangs für das Birkerbad angedacht worden war.

Hier wiederum gibt es erste lose Interessenbekundungen einer islamischen sowie einer freien evangelischen Gemeinde. Indes bemüht sich die Politik, die Zukunft des Hallenbads Vogelsang trotz finanzieller Engpässe der Bädergesellschaft zu sichern. Die CDU orientiert sich am von Ernst Schneider (Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft / BSG) vorgestellten Fahrplan. Der sieht vor, dass erst 2017 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen werden.

"Auf der letzten Sitzung des Sportausschusses ist dargestellt worden, warum es nicht früher funktioniert und auch nicht notwendig ist." Aus diesem Grund betrachtete der sportpolitische Sprecher Frank Schütz einen Antrag von SPD, BfS, Grünen und DSW als "Ohrfeige für die Verwaltung". Dieser sieht eine Planung vor, wie das Hallenbad Vogelsang bereits ab 2014 in Schuss gehalten werden könnte. Als Notstopfen sollen maximal 100 000 Euro aus der Sportpauschale herhalten. "Noch vier Jahre warten ist zu lang", führte Salvatore Tranchina (SPD) aus und bekam Rückendeckung von Birgit Evertz (Grüne): "Vogelsang ist der einzige Standort für die Öffentlichkeit. Den sollten wir pflegen."

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Zähneknirschend nahmen Ernst Schneider und Kämmerer Ralf Weeke den mehrheitlich beschlossenen Antrag zur Kenntnis. "Zaubern kann keiner", sagte Weeke. "Wir können nur abarbeiten, was möglich ist." Das betrifft in erster Linie die finanzielle Entwicklung der BSG, die eng verzahnt ist mit den Erlösen der Stadtwerke. "Wenn sie positiv ist, könnten wir den Spielraum eventuell nutzen", so Schneider.

(RP/rl)